1. Umfrage zur BI-Gründung

30.09.2006 13:00 Uhr
Hans-Georg Ungefug: Brief an 600 Hallenserinnen und Hallenser

Brieftext:

Eine Reihe von Bürgerinnen und Bürgern in Halle will in Kürze öffentlich und im Dialog mit der Stadt Halle Möglichkeiten diskutieren, ob und in welcher Form die Hochstraße zwischen Waisenhaus-Apotheke und Saale-Übergang perspektivisch durch andere Verkehrswege ersetzt werden kann.

Damit sollen unter anderem Bestrebungen unterstützt werden, die Frankeschen Stiftungen in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten aufnehmen zu lassen. Ein solcher Vorschlag liegt seit 1999 der UNESCO vor. Ein weiteres dauerhaftes Bestehen der Hochstraße steht dem jedoch vermutlich im Wege.

Vorgeschlagen wird jetzt die Gründung einer "Bürgerinitiative Ersatz für die Hochstraße", die eine solche Diskussion konstruktiv und seriös unter Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit und von Verkehrsfachleuten und Architekten vorantreiben soll.

Zu den Initiatoren der Aktion gehören u.a. Prof. Dr. Erdmuthe Fikentscher, Dr. Marga Kreckel, Prof. Dr. Reinhard Kreckel, Dr. Thomas Müller-Bahlke, Prof. Dr. Paul Raabe, Notar Ludwig Schlereth, Prof. Bernd Göbel, Architekt Uwe Graul, Architekt Dieter Lehmann, Planungsbüro-Inhaber Ingo Kautz, meine Frau (Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug, Generalsekretärin der Wissenschaftsakademie Leopoldina), Lothar Meyer-Mertel (Geschäftsführer Stadtmarketing GmbH)  und ich.

Bekanntlich wird seit Jahren kritisiert, dass diese Hochstraße die Innenstadt von Halle zerschneidet und sie im historischen Stadtbild und im innerstädtischen Leben einen erheblichen, auch optischen, Störfaktor darstellt. Ganz abgesehen von den negativen Auswirkungen auch auf das anliegende Krankenhaus.

Seitens der Stadtplaner wird andererseits aber immer wieder darauf hingewiesen, dass die Hochstraße eine immens wichtige Verkehrsader ist, die ohne erhebliche Beeinträchtigung des innerstädtischen Verkehrsgeschehens allenfalls durch einen neuen Tunnel zwischen Riebeckplatz und Saale ersetzt werden kann. Der Bau eines solchen Tunnels sei aber nicht finanzierbar, argumentiert die Stadtverwaltung.

Die geplante Bürgerinitiative (kurz BI) soll nun dazu beitragen, dass in diese festgefahrene Diskussion um einen Ersatz für die Hochstraße endlich Bewegung kommt und ein neuer konstruktiver Dialog zwischen Gegnern und Befürwortern der Hochstraße sowie städtischen Institutionen eingeleitet wird.

Im Namen der oben genannten Initiatoren möchte ich Sie um Ihre Meinung zur Gründung einer solchen frei von Politik und Ideologie agierenden BI bitten. Sollten Sie das Vorhaben aktiv unterstützen wollen, zum Beispiel durch Eintritt in eine solche BI, so steht dem natürlich nichts im Wege.

Beigefügt übermittele ich Ihnen einen Fragebogen, mit dem Sie Ihre Meinung kundtun können. Antwort erbeten bis 15. Oktober 2006.

Ich würde mich, auch im Namen des oben genannten Personenkreises, über eine Stellungnahme freuen und bedanke mich im Voraus für ein mögliches Interesse an diesem Thema.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Ungefug