ADAC 18.4.08

ADAC-Presseerklärung 18.4.08

Hochstraße derzeit nicht ersetzbar
ADAC: Lärmschutzmaßnahmen würden Anwohner entlasten

Die Hochstraße zwischen Riebeckplatz und Halle-Neustadt ist die
wichtigste Ost-West-Verkehrsverbindung in Halle. Sie wird täglich von
Tausenden Fahrzeugen genutzt - sowohl durch den Stadt-Umland-
Verkehr, als auch durch den Durchgangsverkehr über die B80 in
Richtung oder von der A38. Die Fahrzeugfrequenz liegt höher als die
vieler Autobahnen. Gleichzeitig ist die Hochstraße ein städtebaulich
störender Faktor, der das Erscheinungsbild sowohl der Franckeschen
Stiftungen als auch der südlichen Innenstadt beeinträchtigt.

Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt bringt sich seit Gründung
der „Bürgerinitiative Hochstraße Halle an der Saale e.V.“ mit seiner
Kompetenz in die Diskussion um Abriss, Ersatz oder Erhalt der
Hochstraße ein. Aus verkehrstechnischer Sicht ist der AutomobilClub
zu dem Schluss gekommen, dass die Hochstraße derzeit nicht
ersetzbar ist, zumal aufgrund des auch künftig hohen Quellverkehrs
(in die Stadt oder aus der Stadt heraus) die Anzahl der Fahrzeuge
nach Fertigstellung des westlichen Autobahnrings um Halle (A143)
weiterhin relativ hoch bleiben wird.

Folgende Gründe sprechen aus Sicht des ADAC gegen einen
Abriss/Neubau der Hochstraße:
Eine alternative Streckenführung würde Wohngebiete belasten
oder Landschaftsschutzgebiete berühren.
Ein Brückenneubau an anderer oder eine Untertunnelung an
gleicher Stelle würde umfangreiche Planungen und Vorbereitungen
nach sich ziehen, was kurz- und mittelfristig keine spürbaren
Veränderungen bringt.
Die Finanzierung eines Neubaus scheint aufgrund der ange-
spannten Finanzsituation der Stadt Halle auf absehbare Zeit unwahr-
scheinlich. Eine Mitfinanzierung durch den Bund ist eher ausgeschlos-
sen, da mit der Hochstraße eine leistungsfähige Verkehrsverbindung
vorhanden ist und nach Schließung des Autobahnrings (A143) aus
Bundessicht kein weiterer lnvestitionsbedarf bestehen dürfte.
Mit der Hochstraße ist eine VerkehrsverbindUng vorhanden, die
aufgrund der knotenfreien Trasse einen relativ flüssigen Verkehr
ermöglicht, was zugleich weniger Umweltbelastungen bedeutet
(Schadstoff-Ausstoß).
Mit geeigneten Lärmschutzeinrichtungen an der Hochstraße, wie
bereits 1990 durch Experten vorgeschlagen, könnte die
Lärmbelastung für Anwohner deutlich reduziert werden.

Fazit:
Jürgen Henze, Vorstandsmitglied des ADAC Niedersachsen/Sach-
sen-Anhalt: „Angesichts des weiterhin hohen Verkehrsaufkommens,
fehlender Ausweichrouten und nicht vorhandener finanzieller Mittel
sieht der ADAC derzeit keine praktikable Alternative zur Hochstraße.“

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