Amtsblatt Halle 18.05.2011

FDP-Fraktion Stadtrat Halle
Von Ufer zu Ufer

 Halles Brücken verbinden. Sie verbinden Menschen. Sie verbinden vor allem auch zwei inzwischen zusammengewachsene Städte: Halle und Halle-Neustadt. Als Stadt am Fluss ist Halle (Saale) ohne seine Brücken nicht denkbar.

Halle hat mit der Hochstraße (Magistrale) und der Kröllwitzer Brücke zwei große Brücken für den Autoverkehr. Da kann man fragen, ob ein weiterer innerstädtischer Saaleübergang aufgrund schrumpfender Einwohnerzahlen überhaupt noch notwendig ist, wenn großzügige Umfahrungen Halle hoffentlich bald vom Durchgangsverkehr und den damit einhergehenden Umweltschäden entlasten werden. Der Saaleübergang der geplanten A 143 muss so schnell wie möglich realisiert werden, um den Ost-West-Verkehr durch die Stadt zu verringern! In diesem Sinn ist dies die wichtigste Saalebrücke für Halle.

Aber auch innerstädtisch kann mit vergleichsweise wenig Aufwand der Berufsverkehr besser verteilt werden. So könnte man zur Entlastung der Hochstraße die Elisabethbrücke für den Verkehr in Richtung Gimritzer Damm als Einbahnstraße freigeben. Nicht ohne Grund wird jetzt ein besonderes Hinweisschild auf der Hochstraße angebracht um auf den erhöhten Spurwechselverkehr direkt auf der Brücke aufmerksam zu machen. Mit der Nutzung der Mansfelder Straße könnte der Unfallschwerpunkt entschärft werden. Aufgrund der Straßenbahn wird ein Zweirichtungsverkehr aber wohl nicht möglich sein.

Für die südliche Innenstadt fehlt aus unserer Sicht eine Straßenbrücke, die die Feuerwache mit dem Böllberger Weg (an der Rabeninsel vorbei) verbindet. Sie würde das Stadtzentrum entlasten, den Berufsverkehr gezielter steuern und damit Wege verkürzen. Somit würde das gesamte Verkehrsaufkommen reduziert. Bei Unfällen auf den Brücken ist ein Ausweichen auf alternative Wege zzt. nicht möglich. Durch eine dritte Saalebrücke können unfallbedingte Megastaus vermieden werden.

Neben der Suche nach neuen Verkehrswegen müssen aber auch bereits vorhandene ältere Brücken ständig kontrolliert, erneuert, saniert und rekonstruiert werden. In letzter Zeit in aller Munde waren die Hochstraßenbrücken über den Francke-Platz und den Glauchaer Platz. Für etliche Hallenser (und nicht nur für sie!) sind sie ein Ärgernis, ein Schandfleck und ein Hindernis für eine mögliche Anerkennung der Franckeschen Stiftungen als Weltkulturerbe. Leider sind sie für die hallesche Verkehrsinfrastruktur unersetzbar. Den Bau eines Tunnels an der gleichen Stelle kann und will niemand bezahlen.

Alternativen zur bestehenden Situation kosten Geld, aber eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema ist erforderlich, denn auf absehbare Zeit müssen sich die vorhandenen Saale-Brücken einer gleichen Ross-Kur wie die Riebeckplatz-Brücken unterziehen. Dann ist im Vorfeld eine politische Entscheidung gefragt!

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