BILD Halle 21.3.07

Die Hochstraße muss weg!
Nobelpreisträger aus Amerika will "Highway" abreißen. So könnte der Franckeplatz ohne die Piste aussehen.

Autor: Uwe Freitag

Nobelpreisträger Günter Blobel lebt seit vielen Jahren in den USA. Er ist für den Abriss der Hochstraße.

So würde es ohne die Hochstraße aussehen. Architekten und Grafikdesigner haben dieses Bild aufwendig am Comuter erstellt. (Mit freundlicher Genehmigung des Kulturbüros der Stadt Halle).

Weg mit dem Ungetüm aus Beton!

Der Abriss der Hochstraße - jetzt ist es eine internationale Angelegenheit. Denn nicht nur gut 90 hallesche Prominente machen sich inzwischen dafür stark.

Mit Nobelpreisträger Günter Blobel (70) setzt sich auch einer der größten Forscher unserer Zeit für eine bessere Verkehrslösung ein.

Der in den USA und Italien lebende Biochemiker ist vielen Jahren Mitglied der Forschergesellschaft "Leopoldina", die ihren Sitz in Halle hat. Durch Bekannte erfuhr er von der Gründung der Bürgerinitiative.

Deren Sprecher, Hans-Georg Ungefug (68), staunte nicht schlecht, als bei ihm eine Mail von dem weltberühmten Forscher einging.

"Ich würde sehr gern der Bürgerinitiative zum Abriss des genau durch Halle verlaufenden Highways entlang der Franckeschen Stiftungen beitreten", ließ der Nobelpreisträger wissen.

Günter Blobel setzt sich seit vielen Jahren für die Bewahrung historischer Bausubstanz ein. Einen Teil seines Preis-Geldes hatte er für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gespendet. Der Forscher kämpfte auch für den Erhalt der Elbwiesen.

Hans-Georg Ungefug von der Bürgerinitiative Hochstraße hofft, dass der Name des berühmten Mitstreiters beim Spendensammeln hilft.

"Wir benötigen für den Anfang mindestens 100 000 Euro", schätzt Ungefug. Mit dem Geld soll u.a. ein internationaler Ideenwettbewerb finanziert werden. Denn allen ist natürlich klar, dass die Hochstraße nur abgerissen werden kann, wenn es eine bessere Verkehrslösung gibt.

PS: Am Montag will sich aus der Bürgerinitiative ein Verein gründen.

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