BILD Halle 17.10.09

Nichts geht ohne die Hochstraße
Die Verkehrszählung vom 6. Mai ergab: Die Beton-Trasse ist für Halle unverzichtbar

Von C. Leopold

Kein Bauwerk wird in Halle seit Jahren so heiß diskutiert wie die Hochstraße. Die 700 Meter lange Betonpiste durchschneidet die historische Altstadt, viele Hallenser würden für einen Abriss plädieren. Wenn es eine Alternative gäbe. Doch jetzt ist klar: Ohne Hochstraße geht es nicht in Halle.

Gestern stellte Bürgermeister Thomas Pohlack (54/parteilos) die Daten der Verkehrszählung vom 6. Mai vor, die 17 Mess-Stationen im Stadtgebiet lang gesammelt harren (BILD berichtete).

Dabei ging es vor allem um die Frage, ob ein Abriss der umstrittenen Hochstraße zwischen Halle-Neustadt und dem Riebeckplatz möglich wäre – oder den Kollaps für Halles Autofahrer bedeuten würde! Die Antwort ist laut Pohlack eindeutig: "Wir können auf die Hochstraße nicht verzichten." Bei der Erhebung waren insgesamt 91.832 Fahrzeuge registriert worden, die nach Halle fuhren, 88.063 Pkw und Lkw verließen die Stadt.

Allein 15.127 Autos waren auf der Hochstraße in Höhe des Franckeplatzes gezählt worden. Halles oberster Verkehrsplaner Rainer Möbius (52): Aber davon waren nur 1.690 Wagen, die Halle nur durchfahren haben. Das sind lediglich 11,2 Prozent." Das heißt: Selbst wenn Halle vom Durchgangsverkehr befreit wäre, würde dies an der Verkehrsbelastung auf der Hauptschlagader wenig ändern.

Pohlack: "Wir können die emotionale Debatte um die Hochstraße durch die vorliegenden Daten versachlichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Trasse hoch frequentiert wird." Und Alternativen wie ein Tunnel oder eine Saalequerung zwischen B 80 und Böllberger Weg wären zu teuer oder kollidieren mit Naturschutzvorschriften.

Das Ende der Debatte um die West-Ost-Tangente der Stadt ist damit aber noch lange nicht in Sicht. Denn die "Bürgerinitiative Hochstraße" forderte gestern nach wie vor: "Weg mit der Hochstraße!" 60.000 Flyer werden jetzt an Halles Haushalte verteilt. Am 14. November treffen Gegner und Befürworter im Stadthaus in einer Podiumsdiskussion aufeinander.

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