Halleforum 16.9.10

Halle bekommt Verkehrskonzept
Stadt will neues Konzept bis 2013 aufstellen lassen.

Viel Geld wurde in den letzten Jahren in die Infrastruktur in Halle (Saale) investiert. Da wurde der Riebeckplatz umgestaltet, die Europachaussee gebaut, eine neue Straßenbahntrasse errichtet. Derzeit laufen die Arbeiten in der Delitzscher und der Berliner Straße- Allerdings fehlt der Stadt weiterhin ein aktuelles Verkehrskonzept, wie die aktuelle Diskussion um einen etwaigen Abriss der Hochstraße deutlich macht. So fordert die Industrie- und Handelskammer im Rahmen der Debatte um die Umweltzone ein richtiges Verkehrskonzept. Doch eine Besserung naht. Die Stadt will nun in den folgenden Monaten unter aktiver Mitwirkung von Verkehrsexperten ein Konzept aufstellen lassen. Im Jahr 2013 soll es dann im Stadtrat beschlossen werden. “Dresden lässt gerade für viel Aufwand und Geld ein Verkehrskonzept erarbeiten”, erklärte Rainer Möbius vom Stadtplanungsamt. Halle wolle etwas anders vorgehen. “Wir setzen eher auf eine aktive Mitwirkung der örtlichen Verbände.”

Gleich im Januar werden sich die Experten an die Innenstadt setzen. Dabei wird auch der Vorschlag der Verwaltung zur Diskussion stehen, die Höchstgeschwindigkeit in der Altstadt innerhalb des Rings auf 20 km/h zu begrenzen, wie Bürgermeister Thomas Pohlack sagte. Schließlich dürfte in einigen engen Gassen 50 gefahren werden. Auch werden umfassendere Einfahrverbote geprüft. Weiter geht es am Herbst 2011 mit den Wirtschaftsstandorten und dem Wirtschaftsverkehr. Die Tangenten, Saaleübergänge und die Hochstraße stehten im Herbst 2012 zur Diskussion. Eigene Diskussionsrunden der 15 bis 20köpfigen Arbeitsgruppe wird es auch zu den Bereichen ÖPNV/Straßenbahn, Fuß-/Radverkehr und der Verkehrsentwicklung in den Großwohnsiedlungen geben.

Vertreten in dem Gremium wird mit einem Mitglied auch die Bürgerinitiative zu Abriss der Hochstraße sein. Dort hat man bereits ein Positionspapier erarbeitet. Schwerpunkte sind dabei neue Möglichkeiten für weitere Saale-Übergänge, die bautechnische Situation vorhandener Brückenbauwerke, die Schaffung eines zusätzlichen Innenstadtringes, umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung in der Innenstadt und generell die Schaffung eines zukunftssicheren, integrierten Verkehrsnetzes. Die Initiative schickt mit Ingo Kautz, ehemaliger städtischer Planungsdezernent in Halle, einen Planungsexperten ins Rennen. Als wichtigen ersten Schritt in dem Planungsprozess bezeichnet Kautz eine dringend notwendige Änderung der Planungsreihenfolge für den Arbeitskreis. Denn erst am Schluss werden die Hochstraße und mögliche Alternativen diskutiert. Deshalb werde man darauf dringen, diesen Schritt vorzuziehen. "Dieser Planungsschritt ist unter Berücksichtigung des Stadtumbaues von grundlegender gesamtstädtischer Bedeutung für alle weiteren Planungsschritte und muss deshalb Priorität vor allen anderen Planungsüberlegungen haben", verlangt Kautz.

Zurück zu "Medien-Berichte"