Halleforum 17.11.09 - Leserzuschrift

A) Artikel

Innenstadt: Verkehr soll neu geordnet werden

Am Wochenende hat Halleforum.de über den möglichen Abriss einer der beiden Hochstraßenbrücken berichtet. Sofort trafen Gegner und Befürworter aufeinander. Und es zeigt sich: die Hochstraße ist ein Thema, das die Menschen bewegt.

Gegner eines Abrisses befürchten ein Verkehrschaos. Die vielleicht geplante Wegnahme der südlichen Brücke ist auch nur ein Puzzleteil in einer ganzen Reihe von Komponenten. Wie Planungsdezernent Thomas Pohlack gegenüber Halleforum.de sagte, müsse in diesem Zusammenhang der komplette Straßenverkehr mit seinen Wegebeziehungen zwischen Glauchaer Platz und Riebeckplatz umstrukturiert werden.

Offiziell sagen wollte es noch niemand, doch auch der “dritte Saaleübergang” könnte hierbei eine Rolle spielen. Kein Neubau, sondern die bestehende Elisabethbrücke. Deren Verbindung nach Neustadt ist derzeit gekappt. Doch mit einem Ausbau von Mansfelder Straße, Klausbrücke und Hallorenring könnte auch sie wieder eine Rolle beim Lenken der Verkehrsströme spielen.

B) Leserzuschrift zum Artikel

Ich habe in den letzten Tagen die ganze Diskussion um den (Teil-) Abriss der Hochstrasse mit Spannung verfolgt und eines ist mir dabei aufgefallen - die Ähnlichkeit zu dem Thema Riebeckplatz Hochhäuser. Der gleiche Prozess findet jetzt auch mit der Hochstrasse statt.

Ich will die Parallelen zwischen beiden Themenkomplexen kurz aufzeigen.

1. Hochhäuser: Stadt sagt nein zum Abriss, weil städtebaulich notwendig!
Hochstrasse: Stadt sagt nein zum Abriss, weil verkehrlich notwendig!

2. Hochhäuser: Im Hintergrund ruft die HWG nach Abriss, aus wirtschaftlichen Gründen.
Hochstrasse: Im Hintergrund ruft die BI nach Abriss, aus gestalterischen Gründen.

3. Hochhäuser: Stadt veranstaltet Architekturwettbewerb, alles wird teuer als gedacht, Südturm soll fallen damit Nordturm stehen bleiben und aufwendig saniert werden kann.
Hochstrasse: Stadt signalisiert leise, dass die Südbrücke fallen könnte und die Nordbrücke aufwendig saniert werden soll.

4. Hochhäuser: Stadt gibt auf, nach dem die Nebelrakete eines höheren Neubau des Nordturms verzogen ist, beide Hochhäuser sollen (ersatzlos) abgerissen werden!
Hochstrasse: Ich garantiere dem Forum, dass die Stadt in spätestens 5 Jahren zu dem Schluss kommt, dass beide Brücken ersatzlos abgerissen werden!!!

Stutzig machte mich die Aussage von Herrn Pohlack, dass man ja bereits einen 3. Saaleübergang zur Verfügung hat und diesen nur nutzen muss - die Elisabethbrücke.

Meine Vermutung ist, dass der Verkehr über und unter der Hochstrasse bereits am Rennbahnkreuz entflochten werden soll und folgende Szenerien eintreten könnten:

- Neustadt mit Ziel Halle-Altstadt:

Über die Elisabethbrücke und Mansfelder Strasse zum Altstadtring, mit bevorzugter Fahrtrichtung über den nördlichen (Universitäts) - Altstadtring.

- Neustadt mit Ziel Halle-Süd:

Wie bisher über den Glauchaer Platz, jedoch zusätzlich eine Entlastungsstrecke ab Rennbahnkreuz über die Elisabethbrücke und dann über den Holzplatz und die W.-Jost-Str. zurück zur Glauchaer Str.

Optional könnte die vorhandene Trasse zwischen Rennbahnkreuz und Glauchaer Platz als unechte Doppelspur ausgeführt werden, damit bei der Fahrt von Süd nach West nicht die Gegenfahrbahn ebenerdig gequert werden muss.

- Neustadt mit dem Ziel Halle-Ost:

Nach Querung der Schleusenbrücke ein Absenken der Hauptrichtungsfahrbahnen auf die untere Ebene und ebenerdige Führung über Glauchaerer- und Franckeplatz, jedoch 4-Spuren. Somit verbleiben die Flächen unter dem östlichen Widerlager der Südbrücke als neuer Außenraum den Franckeschen Stiftungen.

Am Franckeplatz ist nur rechts abbiegen möglich, kein links abbiegen, da sonst der Gegenverkehr ebenerdig gekreuzt werden muss. Einzig der Strassenbahn muss mittels Ampel die Vorfahrt gegeben werden.

Das Umdenken der Stadt würde auch mit den bereits laufenden "Vorabmaßnahmen" konform gehen, welche eh notwendig geworden wären:

- Sanierung der Klausbrücke und der Mansfelder Straße

- Sanierung von Torstrasse und Rannischen Platz

Als zweite Alternative für den "kleinen Grenzverkehr" zwischen Neustadt und Halle-Altstadt - ab Elisabethbrücke über Holzplatz, W.-Jost-Str. und Glauchaer Str. zur Torstrasse und weiter über Ph.-Müller-Str. und Prof. Hoffmannstr. zum Hansering.

Wie gesagt, dass sind nur Vermutungen von mir aber irgendwie machen diese auch plötzlich einen Sinn, wenn man das Umdenken in der Verwaltung sieht, sowohl was den (Teil-) Abriss der Hochstrasse, die Öffnung der Elisabethbrücke aber auch die Parallelen zum Hochhausabriss am Riebeckplatz berücksichtigt.

Man sollte auch die Kosten nicht vergessen. Die Hochstrasse am Franckeplatz ist doppelt so lang die am Riebeckplatz und hier hat die Stadt gerade wieder erfahren, welche Kosten so eine Sanierung mit sich bringt. Also sieht die Stadt zu, dass sie den Kostenfresser Hochstrasse Franckeplatz so schnell wie möglich los wird.

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