Halleforum 22.11.07

Bürgerinitiative Hochstraße erhebt Forderungen
geschrieben am: 22.11.2007 01:54

Einbindung in Verkehrsplanung, Vorlage Kosten-Nutzen-Analyse zur Zukunft der Hochstraße, Mitsprache bei IBA-Projekt Doppelstadt

(ens) Kann man auf die Hochstraße zwischen Halle und Halle-Neustadt verzichten und diese durch weniger störende Verkehrswege setzen? Genau das will der Verein "BI Hochstraße Halle an der Saale e.V." ausloten und Alternativen zur Hochstraße, die vorbei an den Franckeschen Stiftungen und dem Elisabeth-Krankenhaus führt, finden.

Im März hat sich der Verein gegründet, nun wurden bereits die ersten beiden Arbeitsgruppen eingesetzt, die bei der Verkehrs- und Stadtentwicklung als Bürgervertretung künftig aktiv mitreden wollen. Die "AG 1 Verkehrsentwicklung" wird von Architekt Dieter Lehmann geleitet, die "AG 2 Stadtentwicklung" leitet der Stadtplaner und frühere Planungsdezernent Ingo Kautz. Beide sind kommunalpolitisch in diversen Gremien aktiv. Mitwirkende in den Arbeitsgruppen sind auch der ehemalige Planungsdezernent Friedrich Busmann in seiner Eigenschaft als städtischer IBA-Beauftragter, der Architekt Uwe Graul, der Direktor der Franckeschen Stiftungen Thomas Müller-Bahlke, die Anwältin Martina Wildgrube und der Burg-Kanzler Wolfgang Stockert.

Mit städtischen Gremien wollen beide Arbeitsgruppen umgehend in einen intensiven Sachdialog zu sinnvollen und vor allem auch verkehrsgerechten Alternativen zur Hochstraße zwischen Altstadt und Neustadt eintreten. Kommunale Ansprechpartner sollen sowohl Ausschüsse des Stadtrats wie auch die städtischen Beigeordneten und Fachbereiche sein, heißt es vom Verein. Wichtige vorhaben sind dabei eine Analyse des gesamten Verkehrsgeschehens im Großraum Halle und in der Stadt selbst, Möglichkeiten zur Vermeidung des störenden Durchgangsverkehrs durch Halle, eine vergleichende Kosten-Nutzen-Analyse zwischen langfristiger Instandhaltung der Hochstraße und Bau zum Beispiel eines Tunnels - hier rechnet die Stadt mit Kosten von mindestens 150 Mio Euro - oder einer dritten Saale-Brücke sowie die Einmischung in die Diskussion zum Thema "Rückgrat Hochstraße zwischen Altstadt und Neustadt" im Rahmen der IBA-Projekte für 2010.

Auch mit überörtlichen Institutionen wollen die BI-Arbeitsgruppen darüber diskutieren, ob die Situation in Halle als "verkehrstopographisch einmalig in Deutschland" (BI-Vorsitzender Jens Holger Göttner) zu bewerten ist und entsprechendes planerisches Alternativ-Handeln erfordert. Als politische Ansprechpartner werden vom Verein nicht nur Land und Bund, sondern auch die EU genannt. Fachliche Kontakte sollen auch zu verkehrswissenschaftlichen Instituten an Hochschulen im In- und Ausland geknüpft werden. "Wir wollen Sachverstand zum Gesamtwohl von Halle aktivieren", so Göttner.

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