Halleforum 25.9.08

BI fordert Aktualisierung des Verkehrspolitischen Leitbilds
Verwaltung soll über Alternativen zur Hochstraße nachdenken

(ens) Erst vor wenigen Tagen hat die Bürgerinitiative "BI Hochstraße Halle an der Saale e.V." einen Schülerwettbewerb zur Zukunft der Hochstraße gestartet. Dabei sollen sich Jugendliche Gedanken machen, wie sie sich die verkehrstechnische Zukunft von Halle vorstellen. Nun stellt der Verein auch neue Forderungen an die hallesche Stadtverwaltung.

Von Stadtverwaltung und Stadtrat fordere man, das seit Jahren nicht aktualisierte Verkehrspolitische Leitbild von Halle den neuen verkehrlichen Bedingungen in der Stadt anzupassen. Dabei müsse auch über mögliche Alternativen zur Hochstraße nachgedacht werden. Vorsitzender Jens Holger Göttner sagte dazu, „spätestens in 30 Jahren endet die natürliche Lebensdauer dieses Betonbauwerks und es muss dann ohnehin durch einen aufwändigen und teuren Neubau oder aber durch andere alternative Verkehrswege ersetzt werden." Wenn solche Alternativen im Leitbild nicht als mögliche Optionen eingeplant werden, stehe die Stadt Halle zwangsläufig vor einer stadt- und verkehrsplanerischen Fehlentwicklung, die dann kaum noch zu korrigieren ist, so der BI-Vorsitzende.

Doch die Stadt kann sich derzeit einen Verzicht auf die Hochstraße nicht vorstellen. Sie befürchtet eine deutliche Zunahme des Straßenverkehrs nach der kompletten Freigabe der A38. Ein Tunnel als Alternative für die Hochstraße ist wegen der enormen Kosten von 150 Millionen Euro nicht finanzierbar.

Die Hochstraße zwischen den beiden damals selbstständigen Städten Halle und Halle-Neustadt ging 1971 in Betrieb. Bei kürzlich stattgefundenen Untersuchungen waren erhebliche Mängel am Bauwerk festgestellt worden. Sämtliche Verschleißteile wie Dichtungen, Kappen und die Fahrbahn sind am Ende ihrer Nutzungsdauer angekommen. Und weil an der Rampe bereits mehrfach Betonbrocken von der maroden Hochstraße auf parkende Autos herab fielen, hat die Stadt bereits vor einigen Monaten die Parkplätze gesperrt und durch Betonklötzer gesichert. Rund 7 Millionen Euro soll eine Sanierung kosten, die frühestens ab 2013 vorgesehen ist.

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