Halleforum 28.1.09

Großer Investitionsbedarf bei Halles Straßen

Stadt braucht 50 Mio Euro, erst 20 Prozent aller Straßen saniert, kein neuer Saaleübergang, Olbertz für Hochstraßenabriss

(ens) In der Stadt Halle (Saale) gibt es nach Angaben von Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados einen hohen Investitionsbedarf bei den Straßen. So seien von insgesamt 660 Kilometern Straßen gerade einmal 20 Prozent saniert. Szabados schätzt den jährlichen Investitionsbedarf bei den Straßen auf 50 Millionen Euro.

Für die dringendsten Projekte hat das Stadtoberhaupt ab Dienstag an Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre eine Liste mit 7 Vorhaben in Höhe von 64 Millionen Euro übergaben, für die die Stadt auf Unterstützung vom Land hofft. Dazu zählen der Ausbau des Böllberger Wegs,die B6, die Osttangente, die Delitzscher Straße, die Gerbersaale/Klausbrücke, die Steintorkreuzung und der Ausbau des Gimritzer Damms.

Verabschiedet habe man sich hingegen verwaltungsintern vorerst von einem neuen Saaleübergang. Sollte die A143 wie geplant gebaut werden, mache eine neue Saalebrücke keinen Sinn, so Szabados. Laut Verkehrsminister Daehre sei im II. Quartal 2009 mit dem Antrag zum Planfeststellungsverfahren zu rechnen. Mitte nächsten Jahres könnte dann Baubeginn sein. Es sei für Halle eine Katastrophe, dass der Verkehr sich von der A38 zur A14 jahrelang durch die Stadt quälen müsse. „Und auch der Weinberg Campus wartet sehnsüchtig auf die Westumfahrung.“ Nun hänge es davon ab, ob es zu Klagen durch die Naturschutzverbände komme.

In diesem Zusammenhang sprach sich Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz für einen Abriss der Hochstraße aus, sobald die A143 fertig ist. Der Verkehr könnte dann auf einer Promenade wieder unterhalb entlang geführt werden und die Franckeschen Stiftungen würden wieder voll zu Geltung kommen, so Olbertz, der im Anschluss den Antrag der Stiftungen auf Aufnahme als Weltkulturerbe forcieren will. „Ich sage das ohne Absprache, meine das aber ernst“, so der Minister zur Kabinettstagung in Halle. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht, zumal dies in den Aufgabenbereich des Verkehrsministers fällt.

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