Halleform 28.4.09

"Lauschangriff" auf halleschen Straßen
Stadt misst den Durchgangsverkehr per Videotechnik

(ens) Für Sachsen-Anhalt ist es einmalig: Zahlreiche Städte, wie unter anderem Berlin, haben bereits auf die Ergebnisse der Zählungen von Mehl zurückgegriffen. Am 6. Mai wird nun auch in Halle (Saale) der Verkehr mit modernen Mittel gemessen. Zwischen 6 und 22 Uhr soll bei einer groß angelegten Messaktion der Durchgangsverkehr in der Saalestadt ermittelt werden. Insgesamt 17 Messpunkte wird die Stadt dabei einrichten, vorrangig an den wichtigen Ein- und Ausfallstraßen. Doch auch am Rennbahnkreuz, am Glauchaer Platz und am Riebeckplatz werden an jenem Mittwoch die Autos gezählt. Die Ergebnisse sollen anschließend für eine Aktualisierung des in den 90ern erstellten verkehrspolitischen Leitbilds genutzt werden, wie Rainer Möbius von der städtischen Verkehrsplanung am Montag erläuterte. Nicht zuletzt werden die Ergebnisse aber auch in die Diskussion um den Abriss der Hochstraße einfließen sowie die Diskussionen um die Fertigstellung der Osttangente und der Ortsumgehung Radewell wieder anheizen. Bislang hatte Halle zwar schon durch Zählplatten den Verkehr gemessen. Dies hatte jedoch den Nachteil, dass man die Verkehrsströme nicht zuordnen konnte. Demnach konnte auch nicht ermittelt werden, in welchem Umfang und auf welchen Strecken der Durchgangsverkehr durch die Stadt fährt.

Nun soll moderne Technik nachhelfen. Für 100.000 Euro hat die Stadtverwaltung die Firma Mehl Messtechnik aus Wolfhagen bei Kassel engagiert. Das Unternehmen wird an den 17 Messpunkten spezielle Kameras installieren, mit denen die Kennzeichen der Autos gescannt, anschließend in einer Computerprogramm eingebunden werden. Der Datenschutz werde dabei eingehalten, erklärte Firmenchef Peter Mehl. Die Daten würden umgehend codiert und könnten auch nicht entschlüsselt oder rückverfolgt werden. Das System selbst ermittelt anhand der Daten, wo Autos nach Halle hineingefahren sind und wo sie die Stadt wieder verlassen haben. “Niemand muss Angst haben, dass mit den Daten unlautere Dinge geschehen”, beruhigt auch Verkehrsplaner Reiner Möbius.

Den Autofahrern werden die Messstationen wohl kaum auffallen. Sie werden zumeist an vorhandenen Ampelanlagen angebracht. An einen Stellen werden eigene Masten aufstellt. Nicht wenige Autofahrer werden in diesem Zusammenhang an Radarfallen denken. Die Geschwindigkeit könne jedoch mit den Geräten nicht ermittelt werden, hieß es. Die Auswahl auf den 6. Mai fiel deshalb, weil der Mittwoch als durchschnittlicher Werktag gilt. Sollte wegen unvorhersehbarer Ereignisse wie einem Unfall auf der Autobahn mit Vollsperrung die Messung beeinträchtig werden, wird einen Tag später noch mal gemessen.

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