Halleforum 30.10.08

Sanierung Klausbrücke und Gerbersaale
Für heftigere Diskussionen sorgte erst wieder die Sanierung von Klausbrücke und Hallorenring. In über 20 Sitzungen hat sich der Planungsausschuss mit der Sanierung der Klausbrücke befasst. Zu einem Ergebnis kam man nicht. Es gab Streits um Breite, Art der Sanierung, die Gestaltung der Straßenbahn mit eigenem Gleisbett und die Verkehrsführung am Robert-Franz-Ring. Was lange währt wird endlich gut könnte man meinen. Die Zeit drängt auch etwas, denn nun festgestellte Schäden an der Überbauung der Gerbersaale am Hallorenring kamen noch hinzu. Heute nun galt es den Gestaltungsbeschluss für das 9,8 Mio Euro-Vorhaben zu fassen. Doch mehrere Räte setzten erstmal ihre Diskussionen aus dem Planungsausschuss fort. Denn auf Antrag des Planungsausschusses soll die Klausbrücke mit einer breiteren Brückenplatte ausgeführt werden. Damit soll für die Zukunft die Option offen gehalten werden, dass hier einmal in beiden Richtungen Fahrzeuge rollen. Doch die Beratungen im Planungsausschuss hätten gezeigt, dass ein Zweirichtungsverkehr am Robert-Franz-Ring nicht realisierbar ist, so Dietmar Weihrich (Grüne). Mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung sagte er, es würden durch die breitere Brücke 300.000 Euro mehr ausgegeben. “Das ist unnötig.” Das Geld solle man lieber für Energiesparmaßnahmen einsetzen. Zudem bringe ein Verkehr in beide Richtungen erhebliche Nachteile für die Radfahrer, die Durchlassfähigkeit des Knotens Klausbrücke sei gefährdet. Thomas Felke (SPD) sprach sich für die breitere Brückenplatte aus. Er appellierte auch daran, in der heutigen Sitzung unbedingt zu entscheiden, gerade mit Blick auf den baulichen Zustand. Zudem erinnerte er daran, dass es sich um eine Entscheidung für Jahrzehnte handele und man sich mit einer breiteren Brückenplatte eine spätere Verkehrsführung nicht verbaue. Fan des Zweirichtungsverkehrs zwischen Ankerstraße und Klausbrücke ist auch Professor Dieter Schuh. Er erhofft sich vor allem Impulse für die Belebung der Innenstadt. “Mit der jetzigen Vorlage können wir leben”, so Hans-Dieter Wöllenweber (FDP). Doch seine liebste Variante wäre der Zweirichtungsverkehr. Den begrüßt auch Frank Eigenfeld (SPD). Jahrzehntelang habe auf dem kompletten Robert-Franz-Ring Zweirichtungsverkehr geherrscht. Das jetzige Profil der Straße lasse durchaus Autoverkehr in beiden Richtungen zu. “Der Hansering vorm Technischen Rathaus ist auch nicht breiter.” Gegen einen Zweirichtungsverkehr zum jetzigen Zeitpunkt ist Uwe-Volkmar Köck (Linke), kann aber mit dem Kompromiss einer breiteren Brückenplatte gut leben. “Damit halten wir uns eine Option für die Zukunft offen.” Gegen den Zweirichtungsverkehr sprach Planungsdezernent Thomas Pohlack. Die Verwaltung habe massive Gründe, den Zweirichtungsverkehr nicht zu empfehlen. So würde sich der Verkehr gerade im Berufsverkehr ohnehin stauen, weil durch eine wegen der Straßenbahn nötigen Ampel die Durchlassfähigkeit des Knotens eingeschränkt wird. Eine Freigabe würde Mehrkosten von 2 Mio. Euro nach sich ziehen. Da stelle sich die Frage, zu welchem Preis man sich erkaufe, dass man Mitternachts schneller voran komme. Denn nur Nachts sei die Route im Zweirichtungsverkehr tatsächlich schneller. Eine Menge Änderungsanträge sowie ergänzende Anträge standen auf der Tagesordnung. Letztendlich wurde dem Kompromiss von Verwaltung und Planungsausschuss zugestimmt, es wird eine breitere Brückenplatte gebaut, der Einrichtungsverkehr Richtung Norden aber beibehalten.

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