Halleforum 5.10.08

Klausbrücke und Hallorenring werden zur Großbaustelle Sanierung kostet 9,5 Mio Euro und soll 2010 beginnen, Verkehrsregelung an der Klausbrücke soll erhalten bleiben

(ens) Monatelang hat der Planungsausschuss der Stadt Halle (Saale) über die Verkehrsführung des Robert-Franz-Rings vor der Klausbrücke und den Ausbau der denkmalgeschützten Brücke diskutiert. Zu einem Ergebnis kamen die Räte nicht. Doch jetzt bekannt gewordene Schäden an der benachbarten Überbauung der Gerbersaale aus dem 19. Jahrhundert zwingen Stadt und Räte zu Eile. Hier haben sich bereits Risse gebildet, auch zu Verformungen ist es gekommen. Eine Sperrung wegen Baufälligkeit droht (HalleForum berichtete).

Nun macht die Stadt Druck. Bereits im Februar 2010 sollen die Bauarbeiten beginnen und sich bis Weihnachten des Jahres hinziehen. Um den eng gesteckten Zeitplan für das 9,5 Millionen Euro-Projekt einhalten zu können, sollen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung bereits im Januar 2009 und das Planfeststellungsverfahren bis August 2009 fertig sein. Anschließend soll der Stadtrat den Baubeschluss fassen, bevor im Oktober nächsten Jahres die  europaweite Ausschreibung erfolgt.

Mit 5,3 Millionen Euro wird die Sanierung der Gewölbe der Gerbersaale am kostenintensivsten. Deren Gewölbe sollen nach den heutigen verkehrlichen und hydraulischen Anforderungen ertüchtigt werden. Eine gewünschte Freilegung wird es schon allein aus verkehrstechnischen Gründen nicht geben, ist der Hallorenring für die Erschließung der umliegenden Straßen wichtig. Daneben will die HWA, die sich finanziell an der Sanierung beteiligt, die Gerbersaale als Regenwasser-Stauraum nutzen. Das Bauministerium in Magdeburg empfiehlt der Stadt zudem, neben der Gewölbesanierung auch den kompletten Straßenraum zwischen Klausbrücke und Glauchaer Platz in Angriff zu nehmen. Einen endgültigen Entschluss dazu hat die Stadt auch mit Blick auf die dann entstehenden Mehrkosten von 500.000 Euro noch nicht gefasst. Erst im August 2009 soll hierüber eine Entscheidung fallen.

Für die Klausbrücke strebt die Stadt die Sanierung des historischen Unterbaus an. Die Gewölbe sollen dabei denkmalgerecht saniert werden. Für den Überbau ist hingegen ein Abriss mit anschließendem Neubau der Brückenplatte vorgesehen. Hoffnungen hatten sich mehrere Stadträte gemacht, nach dem Neubau auch den Verkehr auf dem Robert-Franz-Ring auch zwischen Ankerstraße und Klausbrücke in beiden Richtungen entlang zu führen. Eine Variante, die bereits in der Vergangenheit von der Stadt abgelehnt wurde. Untersuchungen wurden angestellt, doch die Verwaltung bleibt bei ihrer Ablehnung, empfiehlt den Einrichtungsverkehr Richtung Norden „auf Grundlage der Verkehrskonzeption Spitze“. Sie argumentiert unter anderem mit sonst entstehenden Mehrkosten von 2,25 Mio Euro – in der Einrichtungsvariante werden nur 1,2 Mio Euro fällig. Verbessert wird aber im Zusammenhang mit der Sanierung der Platz für die Straßenbahn. Das derzeit bestehende Begegnungsverbot wird dann aufgehoben.

Im Rahmen des Bauvorhabens wird die Haltestelle Ankerstraße behindertengerecht umgebaut. Um genügend Platz für die 45 Meter langen Haltestellen zu schaffen, soll die Zufahrt zur Straße Tuchrähmen wieder über die Ankerstraße und nicht wie bisher über die Mansfelder Straße möglich sein. Und auch eine neue Ampel hat die Stadt in der Hinterhand. Sie soll künftig den Verkehr an der Kreuzung Mansfelder Straße / Ankerstraße am Multimediazentrum regeln.

Der Straßenbahn-Verkehr muss während der Baumaßnahmen für 11 Monate unterbrochen werden. Allerdings ist noch keine Lösung parat, wie der Tramverkehr von Neustadt aus zum Markt geleitet werden kann. Eine Weiche am Franckeplatz von Ost nach Nord fehlt.

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