Halleforum 6.9.08

Streit um bröckelnde Hochstraße in Halle 
Stadt will 7 Mio in Sanierung stecken, Bürgerinitiative spricht von Fass ohne Boden

(ens) Seit 1971 verbindet die Hochstraße die hallesche Alt- mit der Neustadt. 37 Jahre, in denen der Verkehr immer mehr zu nahm - 72.000 Autos fahren derzeit in beiden Richtungen täglich über die Brücken. Umwelteinflüsse und der Zahn der Zeit haben am Bauwerk genagt. Und das macht sich nun immer mehr bemerkbar.  Sämtliche Verschleißteile wie Dichtungen, Kappen und die Fahrbahn sind am Ende ihrer Nutzungsdauer angekommen. Und weil an der Rampe bereits mehrfach Betonbrocken von der maroden Hochstraße auf parkende Autos herab fielen, hat die Stadt bereits vor einigen Monaten die Parkplätze gesperrt und durch Betonklötzer gesichert. Im Juni informierte die Stadtverwaltung deshalb, dass eine Grundinstandsetzung nötig ist. 7 Millionen Euro soll die Sanierung kosten, die ab 2013 vorgesehen ist. Die Stadt hofft auf eine großzügige Förderung von 80 Prozent. In Vorbereitung dazu gebe es derzeit statische Nachrechnungen des Tragwerkes sowie Rissmonitoring mit Dauermessstellen.

Kritik kommt von der Bürgerinitiative Hochstraße. Sie bemängelt, dass die Stadt  die Hochstraße sanieren will und nicht über alternative Möglichkeiten der Verkehrsführung nachdenke. Die angekündigten Sanierungskosten seien ein Millionen Euro teures Warnsignal an die Stadt Halle. BI-Vorsitzender Dr. Jens Holger Göttner warnte davor, dass die Stadt in ein Fass ohne Boden investiert. Einen Bruchteil der veranschlagten Sanierungskosten solle man lieber in Planungsprojekte für alternative Verkehrswege investieren. So könnte man sich „zumindest eine kreative Option für ein Leben auch ohne diesen stadtgestalterischen Störfaktor offen halten“, so Göttner, früher Staatssekretär und Regierungspräsident. Ohne alternative Verkehrskonzepte stürze Halle eines Tages ohne Vorwarnung in ein „verkehrstechnisches Mega-Desaster mit unabsehbaren Folgen“, so Göttner. Schließlich werde ein Totalabriss ohnehin notwendig, wenn die gesamte Brückenkonstruktion ihre Lebensdauer erreicht habe.

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