Halleforum 7.5.09

Hochstraße in Halle als Störfaktor
Konferenz beschäftigt sich mit den Alternativen zur Hochstraße

(ens) Ist die Hochstraße in Halle (Saale) ein Störfaktor? Genau mit diesem Thema hat sich am Donnerstag eine Konferenz in der Leopoldina beschäftigt, zu dem die Bürgerinitiative Hochstraße eingeladen hatte. Experten aus Halle, Düsseldorf und Hannover diskutierten dabei über Alternativen zur Hochstraße. Einem „Monstrum“, wie es Architekt Dieter Lehmann sagte. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie später auf HalleForum.de.

Halles Stadtplaner Jochem Lunebach sah das Treffen als „Erfahrungsaustausch“ zur Zukunft der 1971 eingeweihten Verbindung zwischen der halleschen Alt- und Neustadt. Die Düsseldorfer Variante dürfte in Halle schon alleine aus Geldgründen nicht in Betracht gezogen werden – dort wurden drei Hochstraßen durch Tunnel ersetzt, dreistellige Millionensummen verbaut. Ein Tunnel in Halle würde wohl rund 350 Millionen Euro verschlingen.

Bleibt noch der Weg, den man in Hannover gegangen ist. Dort wurde – ebenfalls nach heftigen Diskussionen – die Hochstraße abgebrochen. Das Ergebnis: der Verkehr verringerte sich sogar, wie Gerhard Kumm-Dahlmann von Tiefbauamt Hannover erläuterte.

Von heute auf morgen kann man sicher auf die Hochstraße nicht verzichten, da war sich auch Initiativensprecher Hans-Georg Ungefug sicher. Alles in allem brauche man, so Ungefug, 20 bis 30 Bausteine, die vor einem Verzicht auf die Hochstraße umgesetzt werden müssten. Dazu gehören ein weitere Saaleübergang, Verkehrsvermeidung und neue Verkehrsbeziehungen. Zuvor wird noch ein umfassender Diskussionsprozess Vonnöten sein. „Wir kämpfen für mehr sachliche Kenntnisname in der Bevölkerung“, so Initiativensprecher Jens Holger Göttner. Momentan fallen gegenüber der Initiative Beschimpfungen wie „Spinner“ oder „Opas mit zu viel Zeit.“ Alternativen müssen ohnehin in 20 Jahren her. „Dann fällt die Hochstraße bautechnisch zusammen“, so Ungefug. Spätestens dann muss über einen Neubau oder möglicherweise schon neue Fahrtbeziehungen entschieden sein.

Halles frühere Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler zeigte sich zufrieden mit dem Treffen. „Es war sehr aufschlussreich zu hören, dass es Lösungen gibt.“ Nun gelte es die Bevölkerung zu motivieren, sich ebenfalls einzubringen. Dazu müsste deutlich gemacht werden, welche – gerade städtebaulichen – Möglichkeiten ein Abriss bietet.

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