Halleforum 8.10.08

Klausbrücke soll breiter werden
Ausschuss votiert für eine breitere Ausführung des Neubaus. Einrichtungsverkehr soll beibehalten werden

(ens) Auch nach zweijähriger Beratungszeit und über 20 Sitzungen im Planungsausschuss ist die Sanierung der Klausbrücke noch immer kein abgelutschtes Thema. Über eine Stunde lang diskutierten Stadträte und sachkundige Einwohner am Dienstag allen voran über die Verkehrsführung auf einem Teilabschnitt des Robert-Franz-Rings zwischen Klausbrücke und Ankerstraße, der zurzeit nur in Richtung Norden befahren werden darf. Frank Sänger (CDU) warb noch einmal für die von seiner Partei bevorzugte Variante. Viele Anrufe habe man von Bürgern bekommen, die diese Idee bevorzugen. Entgegen dem Rest seiner Partei sprach sich auch Heinz Günther Ploss für den Zweirichtungsverkehr aus, unterstellte der Stadt nur aus Spargründen am Einrichtungsverkehr festzuhalten.

Dietmar Weihrich (Grüne) war dagegen, verwies unter anderem auf die Kosten, die bei einer Freigabe in beide Richtungen entstünden. Er appellierte an den Ausschuss, den „quälenden Prozess“ zu beenden. Auch Uwe-Volkmar Köck und Uwe Heft (Beide Linke) plädierten für die Beibehaltung der jetzigen Regelung und befürchteten andernfalls Staus und auch Nachteile für im Stau stehende Straßenbahnen. Und Rainer Möbius von der Stadtverwaltung erklärte, gefühlsmäßig könne der die Vorschläge zum Zweirichtungsverkehr verstehen. Doch anhand der nüchternen Fakten sehe man, dass dies nicht so einfach ist. Man bräuchte unter anderem neue Abbiegespuren sowie Ampeln am Hallorenring/Talamtstraße und am Robert-Franz-Ring/Ankerstraße. „Diesen Aufwand können und wollen wir uns nicht leisten.“

Martin Bauersfeld (CDU) bemängelte noch einmal das Vorgehen der Stadt. Trotz seines Antrags seien keine Planungen zum Zweirichtungsverkehr vorgelegt wurden. Stattdessen habe die Stadt ein nicht bestelltes Gutachten in Auftrag gegeben und die gleiche Vorlage wie vor zwei Jahren vorgelegt. „Der Planungsausschuss wird zur Lachnummer gemacht“, so Bauersfeld. „Es wird einfach das durchgeboxt was von Anfang an geplant war.“ Die Baustelle habe gezeigt, dass der Zweirichtungsverkehr funktioniere.

„Wir haben eine Entscheidung zu fällen, die Jahrzehnte Bestand hat“, erklärte Thomas Felke (SPD) und schlug deshalb einen Kompromiss vor. Zunächst solle man den Einrichtungsverkehr beibehalten. Um aber bei einer Verkehrszunahme möglicherweise auch einen Verkehr in beiden Richtungen zuzulassen solle aber im Zuge der Sanierung eine größere Brückenplatte einsetzen. 300.000 Euro mehr würde dies Kosten. Auch Dieter Lehmann (CDU) konnte sich hierfür begeistern. „Wir sollten uns für die Zukunft nichts verbauen.“ Wenn man beispielsweise eines Tages auf die Hochstraße verzichtet, brauche man Ersatzwege. 6 Räte stimmten anschließend für diesen Vorschlag, zwei enthielten sich, einer war dagegen. Dem gesamten Bauvorhaben, dazu gehört auch die Sanierung der stark geschädigten Gewölbe der Gerbersaale unter dem Hallorenring, stimmten ebenfalls 6 Räte zu, drei waren dagegen. Mit dem genau umgekehrten Verhältnis wurde der Antrag von Milad El Khalil niedergeschmettert. Er wollte den Verkehr in beiden Richtungen rollen lassen. Insgesamt kosten Ausbau und Sanierung zusammen rund 10 Mio Euro.

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