Halleforum 9.12.08

Verkehrskonzept für Halle
Unter anderem wird die Notwendigkeit der Hochstraße untersucht, Umsetzung ab 2010

(ens) Zwar wurde in den letzten Jahren viel Geld in die Infrastruktur in Halle (Saale) investiert, der Riebeckplatz umgestaltet, die Europachaussee gebaut. Doch was fehlt ist ein Verkehrskonzept für die Saalestadt. Sowohl im Stadtrat als auch durch Vereine und Initiativen wurde dies immer wieder bemängelt. Deutlich wurde die Konzeptlosigkeit der Verwaltung im Zuge des geplanten behindertengerechten Ausbaus der Straßenbahnhaltestelle Bergmannstrost. Denn ursprünglich sollte die Merseburger Straße einmal durch die Osttangente entlastet werden, eine Reduzierung auf eine Fahrspur wäre in dem Falle kein Problem mehr gewesen. Doch noch immer rollen tausende Fahrzeuge täglich durch die die Straße, von einer Entlastung durch die Ortsumgehung keine Spur. Und auch die Eröffnung des Landesmuseums für Vorgeschichte und das erwartete - aber nicht eingetretene - Verkehrschaos im Viertel zeigen die Lage der Stadt.

Doch Besserung ist in Sicht. Laut Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre soll nun ein Verkehrskonzept für Halle entwickelt werden. Mit den aktuellen Zählungen der Verkehrsströme laufen dazu bereits die Vorbereitungen. Ein dritter großer Saaleübergang wird dabei ebenso Thema sein wie der Ausbau des Gimritzer Damms, die Folgen der A38-Fertigstellung, oder der Umbau der Steintorkreuzung. Im nächsten Jahr soll das Konzept gemeinsam erarbeitet und ein Jahr später umgesetzt werden.

Das angekündigte Konzept sei ein „Meilenstein, der längst überfällig ist“, freut man sich bei der Bürgerinitiative Hochstraße, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Alternativen zu dieser Verbindung zu suchen. Denn auch die Notwendigkeit eines langfristigen Erhalts der Hochstraße soll untersucht werden. Nach Ansicht von BI-Vorstandsmitglied Hans-Georg Ungefug könne nun davon ausgegangen werden, dass es endlich "Aussichten auf sinnvolle Alternativen zur Hochstraße" geben könnte. Denn, so betont er, "kreative Verkehrsplanung setzt voraus, dass interner und externer Sachverstand effizient gebündelt wird". Das Thema Hochstraße sei dabei bis heute aber augenscheinlich immer wieder verdrängt worden – "aus welchen Gründen auch immer."

BI-Vorsitzender Göttner macht deutlich, dass die Bürgerinitiative die Verkehrsadern über die Saale, vor allem nach Neustadt, nicht einengen, sondern im Rahmen eines neuen regionalen Verkehrskonzepts mittel- bis langfristig nur intelligenter als heute organisieren will. Niemand solle mehr als heute im Stau stehen müssen, eher weniger. "Verkehrsvermeidung ist dabei ein wichtiges Stichwort", meint er. Wenn man zum Beispiel den alle Einwohner störenden Durchgangsverkehr aus der Stadt heraushalten könnte, sei schon viel gewonnen. Spätestens mit der Fertigstellung der Autobahn-Westumfahrung (A 143) könnte das in wenigen Jahren bewerkstelligt werden. "Die Stadt Halle darf Verkehrslenkungsmaßnahmen zusammen mit dem Land anordnen", so Göttner. "Halle ohne Hochstraße ist keine Utopie, sondern eine wirklich realistische und auch völlig bürgernahe Vision", so der BI-Vorsitzende.

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