MDR 30.5.10

IBA Stadtumbau 2010
Halle feiert Hoch-Zeit auf der Hoch-Straße

Mit einer ganz besonderen Aktion ist am Sonntag an den Zusammenschluss von Halle und Halle-Neustadt vor 20 Jahren erinnert worden. Im Zuge der Internationalen Bauausstellung "Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010" wurde eine der wichtigsten Verkehrsadern der Saalestadt - die Hochstraße zwischen Alt- und Neustadt - erstmals komplett für den Verkehr gesperrt.

Aktion mit Folgen

"Hoch-Zeit auf der Hoch-Straße" nannte sich die Aktion, die sich Halles Werbestrategen ausgedacht hatten. Der Name war dabei durchaus Programm: Wer sich auf die Hochstraße hoch traute, konnte sich nämlich auch gleich trauen lassen. Und so befanden sich unter den zahlreichen Fußgängern, Radfahrern und Inline-Skatern auch fünf Brautpaare, die sich über den Dächern der Stadt das Ja-Wort gaben. Wem das zu riskant war, der konnte wenigstens am traditionellen Salzlauf teilnehmen oder sich an fahrenden Rasenstücken, Musikkapellen oder einer historischen Fotoausstellung aus der Bauzeit der Straße in den 60er-Jahren erfreuen.

Streit um ungeliebtes Bauwerk

Die 1968 bis 1971 erbaute Hochstraße spaltet seit ihrem Bestehen nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Gemüter der Hallenser. Kein Wunder, dass die dominante Magistrale auch die Debatten im Zuge der IBA "Stadtumbau 2010" bestimmt. Unter dem Motto "Balanceakt Doppelstadt" befassen sich Stadtplaner, Künstler und auch Einwohner mit der Zukunft des Bauwerkes. Eine Bürgerinitiative will die vierspurige Straße am liebsten abreißen. Unterstützung erhalten die Hochstraßen-Gegner auch von den Franckeschen Stiftungen, die sich in direkter Nachbarschaft zur Trasse befinden.

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