MZ 1.11.08

Einbahnstraße bleibt vorerst
Die Mehrheit lehnt eine geänderte Verkehrsführung im Robert-Franz-Ring ab

Voraussichtlich im Jahr 2010 werden Mansfelder Straße und Hallorenring zwischen Hackebornstraße und Schieferbrücke ausgebaut und diesem Zuge auch die Klausbrücke und die Überbauung der Gerbersaale saniert. Das hat der Stadtrat am Mittwoch mehrheitlich beschlossen.

Festgelegt wurde, dass danach die Einbahnstraßenregelung im Robert-Franz-Ring zwischen Ankerstraße und Mansfelder Straße beibehalten wird. Allerdings soll eine breitere Brückenplatte für die Klausbrücke in die Planung aufgenommen werden, als ursprünglich vorgesehen. Damit soll die Möglichkeit offen gehalten werden, im Robert-Franz-Ring später doch noch einen Zweirichtungsverkehr zu ermöglichen.

Mit dieser Entscheidung geht eine fast zweijährige Auseinandersetzung darüber zu Ende, ob das kurze Stück Einbahnstraße bleibt oder nicht. Milad El-Khalil (CDU) hatte seinerzeit den Antrag gestellt, wieder eine beidseitige Verkehrsführung zu ermöglichen, um Umwege von etwa 500 Metern künftig zu vermeiden. Bestärkt fühlten sich er und die Befürworter dieser Variante, als während der Sperrung der Ankerstraße für einige Wochen die Einbahnstraßenregelung aufgehoben worden war und der Verkehr beidseitig fließen konnte.

Seitens der Stadtverwaltung war verdeutlicht worden, dass der Ausbau des dadurch betroffenen Straßenbereiches und der Klausbrücke um mehr als zwei Millionen Euro teurer würden, als bei Beibehaltung der gegenwärtigen Verkehrsführung. Baudezernent Thomas Pohlack erklärte, das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei dabei nicht zu verantworten, denn tagsüber würde sich der Verkehr dann wegen notwendiger Ampelregelungen in den Robert-Franz-Ring zurückstauen und dazu führen, dass Kraftfahrer ohnehin wieder über die Ankerstraße ausweichen würden.

Zustimmung fand schließlich ein Antrag, den Thomas Felke (SPD) eingebracht hatte. Sein Kompromissvorschlag, die Brückenplatte so groß zu planen, dass man sich nicht für alle Zeiten einen Zweirichtungsverkehr verbaut, wird Mehrkosten von etwa 300 000 Euro mit sich bringen, was der Mehrheit der Stadträte als hinnehmbar erschien.

Vorgesehen ist nach Angaben des Baudezernenten nun, das kommende Jahr für die vorbereitenden Planungen zu nutzen und die Baumaßnahme 2010 über die Bühne zu bringen. "Unter zwölf Monaten wird da wohl nichts drin sein", schätzt Pohlack. "Aber wir wollen versuchen, alles zusammenhängend durchzuziehen, um die Sperrzeiten nicht länger als unbedingt nötig auszudehnen."

Vorgesehen ist die Erneuerung der Fahrbahndecken und der Gehwege, das Anlegen von Radwegen und die Erneuerung der Straßenbahngleise, auch behindertengerechte Haltestellen sollen entstehen. Die Gewölbe der Klausbrücke und die über der Gerbersaale werden saniert. Kosten wird das Vorhaben etwa 9,5 Millionen Euro, finanziert wird es aus Mitteln des Bundes, des Landes, der Havag, der HWA und der Stadt.

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