MZ 13.8.09

VERKEHRSZÄHLUNG
Wann das Ergebnis vorliegt, ist unklar.
Rathaus brütet noch über den Daten-Massen

Das von vielen Hallensern mit Spannung erwartete Ergebnis der Verkehrszählung vom Mai wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Wie Rainer Möbius, Verkehrsplaner bei der Stadtverwaltung, sagte, konnte die Auswertung unter anderem wegen Krankheit beteiligter Rathaus-Angestellter sowie von Mitarbeitern der beauftragten Firma noch nicht abgeschlossen werden. Mitte Juli waren der Stadt die Daten zur Verfügung gestellt worden. Auf einen Termin, wann die Zählung abschließend bewertet werden kann, wollte sich Möbius nicht festlegen.

Autos mit Infrarotkamera erfasst

Bei der Verkehrszählung waren Anfang Mai an sieben Messpunkten im Stadtgebiet per Infrarotkamera zehntausende Fahrzeuge samt Kennzeichen erfasst worden (die MZ berichtete). Es war die erste Erhebung der Art in Sachsen-Anhalt. Mit der Zählung hofft die Verwaltung, das Aufkommen und die Hauptrouten des Durchgangsverkehrs konkreter bestimmen zu können. Diese Erkenntnisse sind für die künftige Verkehrsplanung sehr wichtig. So werden auch Aussagen darüber erwartet, wie stark frequentiert die Hochstraße ist und ob ein Abriss der Trasse in Frage kommt. Für den Abriss der architektonisch umstrittenen Hochstraße macht sich seit Jahren eine Bürgerinitiative stark.

"Es sind uns Unmengen an Daten vorgelegt worden", sagte Möbius. Die mit der Zählung beauftragte Firma habe die Zahlenkolonnen termingerecht aufbereitet. Wie viele Fahrzeuge erfasst wurden, konnte Möbius indes nicht sagen. "Wir haben jetzt noch einige Anfragen an die Firma gestellt, um das Material besser interpretieren zu können." Es sei wichtig, die Daten in Ruhe und mit Sorgfalt auswerten zu können, so Möbius.

Datenschutzrechtliche Bedenken

Die Verkehrszählung war teilweise aber auch auf Kritik gestoßen. So wurde bezweifelt, ob die Kennzeichen-Erfassung datenschutzrechtlich einwandfrei sei. Doch die Stadt und die Firma verwiesen darauf, dass die Autonummern sofort in anonymisierte Codes verwandelt und nur als solche verarbeitet wurden. Sein Einverständnis dafür hatte auch der Landes-Datenschutzbeauftragte Harald von Bose gegeben.

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