MZ 14.8.09

Grüne Stadtmitte wird belebt
Die ersten drei Projekte der IBA 2010 sind fertig

Die Internationale Bauausstellung (IBA) 2010 biegt in Halle auf die Zielgerade ein: Am 22. August werden der neu gestaltete Fußgängertunnel und die Kletterfelsen an den Franckeschen Stiftungen offiziell eröffnet. Anfang September folgen das Tulpenbrunnen-Areal und der Skatepark in Halle-Neustadt (die MZ berichtete). Donnerstag ließ sich Sachsen-Anhalts Bauminister Karl-Heinz Daehre (CDU) bei seiner landesweiten "IBA-2010-Tour" Halles Beiträge zeigen. "Wir wollen nun auch das breite Interesse der Bürgern wecken", so Daehre zu seiner Werbe-Mission, ein Jahr vor der IBA.

Sechs Kilometer lang ist die Straße zwischen Riebeckplatz und Halle-Neustadt. An dieser Achse liegen die sieben IBA-Projekte. "Die Bauausstellung soll beide Teile der weiter schrumpfenden Doppelstadt getrennt entwickeln helfen, sie gleichzeitig auch zusammenführen", so Halles Bauausstellungs-Koordinator, Friedrich Busmann, das Ziel der Projekte. Knapp acht Millionen Euro werden sie kosten.

Wichtiger Teil des Zusammenwachsens der beiden Stadteile ist die Saline-Insel. "Diese geografische Mitte der Stadt Halle ist bisher von allem abgehängt. 3,9 Millionen Euro werden deshalb in die Infrastruktur investiert", so Busmann. Dazu gehören der Bau der Brücke von der Franz-Schubert-Straße zur Saline-Insel, eine kleinere Brücke über den Kotgraben sowie der Ausbau des Sophienhafens im nächsten Jahr.

Im Norden der Insel ist die 40 Meter lange Anlegestelle für Paddel- und Motorboote fast fertig, die im Frühjahr eröffnet wird. Weiter südlich, am Saline-Bad, beginnt in zwei Wochen der Bau der zentralen Parkplatzes. Für 30 0000 entsteht noch in diesem Jahr außerdem ein neuer Bad-Eingang

Ein gänzlich anderes Thema beinhaltet die Zukunft von "Glaucha". Rund 100 000 Euro IBA-Mittel fließen in das Altstadtviertel mit einem Leerstand von 30 Prozent (in Halle sonst unter 20). "Es geht um die Vernetzung der Personen, die im Viertel etwas bewegen wollen. Und es ist viel geschafft worden", erläuterte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) im Mehrgenerationenhaus in der Schwetschkestraße. In Glaucha sorgen seit einigen Monaten unter anderem Studenten mit einem Kulturverein oder auch ein Eigentümergemeinschaft für Belebung. Mit Bernd Lindemann hilft eigens ein Koordinator dabei. Er unterstützt auch Hauseigentümer bei der Sicherung ihrer leer stehenden Häuser. "Erstmals gibt es dafür Fördermittel. Zehn Projekte laufen", so Lindemann. "Ich bin beeindruckt, dass es hier offenbar gelungen ist, junge Leute mitzunehmen, Privatinitiative anzuregen", meinte Minister Daehre.

Zeit genug ist: Zwei weitere hallesche Beiträge sind noch lange nicht abgeschlossen. Die Diskussionen um die Zukunft der Hochaus-Areale am Riebeckplatz nach dem Abriss sowie die Frage, was mit der Hochstraße in der Doppelstadt geschehen soll.

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