MZ 15.9.09 - 2

Schadstoff-Ausstoss
Die Stadt verzichtet auf Umweltzone
Andere Maßnahmen sollen Luft sauber halten

 Die Stadt Halle wird keine so genannte Umwelt-Zone in der Innenstadt ausweisen. Wie Bau- und Planungsdezernent Thomas Pohlack Montag mitteilte, betrachte man eine solche Zone nicht als geeignetes Mittel, den Schadstoffausstoß durch Fahrzeuge wie vom Gesetz gefordert zu begrenzen. Statt dessen wolle die Stadt einen Maßnahmen-Katalog beispielsweise mit Tempo-Begrenzungen, Verkehrsvermeidung, einem effektiven Verkehrs-Management sowie Einfahrtverboten für bestimmte Fahrzeuge ins Stadtgebiet erarbeiten. Stickstoffdioxid im Blick

Ab 2010 werden die Anforderungen an den Umweltschutz durch neue gesetzliche Vorgaben der EU verschärft: Dann darf der Grenzwert für die Stickstoffdioxid-Belastung der Luft nur noch an 40 Tagen im Jahr überschritten werden. 2008 Jahr war dies in Halle 36 Mal der Fall. Vor diesem Hintergrund hatte das Landesamt für Umweltschutz (Lau) geprüft, ob eine Umwelt-Zone in Halle, in die man nur noch mit schadstoffarmen Autos hätte hineinfahren dürfen, sinnvoll wäre (die MZ berichtete).

"Hochrechnungen haben aber ergeben", so Pohlack, "dass das Risiko von Grenzwert-Überschreitungen in Halle bei nur 40 Prozent liegt." Zudem werde mit einer Umweltzone das Problem der Schadstoffbelastung nur auf andere Stadtteile verlagert. Laut dem Dezernenten ist auch durch die baldige Fertigstellung der Ortsumfahrung "Osttangente" sowie durch den Lückenschluss des Autobahnrings mit einem Rückgang der Schadstoffbelastung zu rechnen.

Autos sollen sich draußen stauen

Ende Oktober will die Stadt dem Lau, das für die Erarbeitung eines landesweiten Luftreinhalteplans zuständig ist, ihren Maßnahmekatalog vorstellen. Dann sollen auch die Daten des neuen, an der Paracelsusstraße eingerichteten Schadstoffmesspunktes ausgewertet werden. In Halle gibt es insgesamt fünf Schadstoffmesspunkte, darunter an der Merseburger und an der Trothaer Straße. Konkrete Konzepte für das geplante Maßnahmepaket der Stadt gibt es Pohlack zufolge noch nicht. Denkbar sei aber etwa auch, die Ampelsysteme so einzurichten, dass sich Staus außerhalb bildeten und innerhalb der Stadtgrenzen der Verkehr flüssig laufen kann.