MZ 16.12.2011

Ideen-Wettbewerb
Visionen rütteln an der Hochstraße
Bürgerinitiative übergab gestern Zukunftspreise

Ginge es nach Simon Hänsel und Kai Sternberg aus dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Münster, dann soll die Hochstraße als zentrales Problem von Stadtstruktur und Entwicklung abgerissen werden. Stattdessen sollte durch zusätzliche Verbindungen im Bereich der Eislebener Straße, der Bundesstraßen 80 und 91 und der Landesstraße 50 ein Doppelringsystem (Innenstadtring und zweiter Ring mit Saaleübergang) geschaffen werden. Für dieses Konzept haben sie einen kompletten, gut nachvollziehbaren Ansatz entwickelt. Mit Ihrer Idee sind Simon Hänsel und Kai Sternberg jetzt "Zukunftspreis"-Träger der Stadt Halle

15 Teams am Start

71 Studenten von acht Hochschulen reichten in 15 Teams Beiträge für den "Zukunftspreis für Halle 2025" ein. Ausgelobt worden war der unter dem Motto "Wir fördern kreative Stadtentwicklung" von der Bürgerinitiative Hochstraße. Die Teilnehmer waren aufgefordert, "aus externer fachlicher Sicht darzulegen, welche stadtplanerischen Entwicklungspotenziale die größte Stadt Sachsen-Anhalts in den nächsten Jahrzehnten zum Wohl ihrer Einwohnerschaft und ihrer Wirtschaft nutzen sollte".

"Von der Resonanz auf den Aufruf waren die Bürgerinitiative und die Stadtverwaltung beeindruckt", sagte Erdmuthe Fikentscher, Vorsitzende der Wettbewerbsjury. Auch Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) verwies darauf, dass zukunftsfähige Stadtentwicklung nur funktionieren könne, wenn die Bevölkerung frühzeitig beteiligt wird.

Gestern wurden zwei Zukunftspreise (jeweils mit 1000 Euro dotiert) und ein "Anerkennungspreis" (500 Euro) im Stadthaus vergeben. Sieben weitere Beiträge wurden mit Belobigungsurkunden bedacht.

Stilllegung der Südtrasse

Neben den Studenten aus Münster erhielt ein fünfköpfiges Team des Instituts für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft an der Uni Leipzig einen Zukunftspreis. In dessen Vision für die Hochstraße und die angrenzenden Stadtgebiete geht es um eine Symbiose aus moderner Technologie und Ökologie, Kunst und Kultur. Dabei sehen die Autoren als Zwischenschritt die "verkehrliche Stilllegung" der Südtrasse an - unf später deren Abbruch. Der Glauchaer Platz müsse grundlegend neu gestaltet werden.

Der Anerkennungspreis ging an eine Studentengruppe der Weimarer Bauhaus-Universität, die in ihrem Konzept auf "den sanften Einstieg in die sanfte Mobilität" setzt - mit einer "temporären Herausnahme des Verkehrs". Sie sieht eine Sperrung der südlichen Hochstraßentrasse vor.

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