MZ 17.10.09 - 2

Zehntausende Flyer verteilt

Hochstraßen-Gegner machen weiter mobil. Aktionskatalog wird vorgestellt.

Die nach eigenen Angaben rund 200 Mitglieder und Unterstützer der "Bürgerinitiative Hochstraße" (BI) stellen weiter die rund vier Jahrzehnte als Trasse auf Betonstelzen zwischen Halle und Halle-Neustadt in Frage. Zwei Jahre nach ihrer Gründung gehen die Hochstraßen-Gegner inzwischen als Verein jetzt noch stärker in die Offensive: In den nächsten Tagen werden zehntausende Flyer in den Haushalten der Stadt verteilt. Sie sollen das Anliegen der BI erläutern und um neue Mitstreiter werben. Gestern präsentierte der Verein zudem seinen "Aktionskatalog 2009".

Der regt unter anderem die Einrichtung eines "Runden Tisches Verkehrsplanung Halle" an. "Wir fordern vor allem die Stadt und den Stadtrat auf, auch nach alternativen Lösungen für die Hochstraße zu suchen", sagte Vereinschef Jens Holger Göttner. Alle Varianten wie etwa ein Tunnelbau, eine weitere Saalebrücke oder die stärkere Nutzung der Klausbrücke sollten vorbehaltlos geprüft werden. Die Hochstraßen-Gegner fordern den Stadtrat auf, diesbezüglich einen Planungsauftrag an die Verwaltung zu erteilen. Außerdem müssten immer aktuelle Daten und Verkehrsanalysen erhoben werden, um zu sehen, wie sich etwa der Lückenschluss der A 143 auswirke.

Wobei man sich einig sei, so Göttner, dass dies alles ein Generationenprojekt sei. "Aber nach Einschätzung von Experten hat die Hochstraße bekanntlich nur noch eine Lebensdauer von maximal 30 Jahren", so der Vereinschef. Schon jetzt bestehe deshalb planerischer Handlungsbedarf. Wichtig sei, dass man sich nicht Alternativen verbaue, ergänzte Sprecher Dieter Lehmann. "Auch deshalb haben wird das anfängliche Ziel, das städtebauliche Monster, das die Stadt durchtrennt, abzuschaffen, auf die Betrachtung einer gesamten kreativen Stadtentwicklung erweitert."

Nicht zufällig hatte der Verein in die Franckeschen Stiftungen geladen. "Wir wollen uns um den Unesco-Weltkulturerbe-Titel bewerben. Die Hochstraße würde die Chancen beeinträchtigen. Dies hat man uns bereits signalisiert", erläuterte Penelope Willard, die stellvertretende Stiftungen-Direktorin.

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