MZ 17.11.09

HOCHSTRASSE
Verkehr müsste zum Teil einspurig rollen
Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben

Wenn die Stadt, wie gestern im MZ-Saalekurier gemeldet, darüber nachdenkt, die Hochstraße zum Teil abzureißen - wie soll dann die Verkehrsführung aussehen? Das haben sich wohl viele Hallenser angesichts der Ankündigung gefragt, die Bau-Dezernent Thomas Pohlack am Wochenende überraschend auf einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung gemacht hat: Die Verwaltung wolle in den nächsten fünf Jahren prüfen, ob das Brücken-Bauwerk auf der Seite der Franckeschen Stiftungen nicht verzichtbar sei.

Wie er gestern auf MZ-Nachfrage sagte, müssten, wenn denn der südliche Baukörper abgerissen werden würde, die Autos auf der verbleibenden nördlichen Fahrbahn jeweils einspurig rollen. Und ein Teil des Verkehrs soll auf die untere Ebene verlegt werden. Mit einem Gutachten will die Stadt herausfinden, ob das überhaupt zu bewerkstelligen wäre und wenn ja, wie. Über eine Tunnel-Version wird definitiv nicht nachgedacht, die ist durch die schrägen Zu- und Abfahrten nicht machbar.

Hintergrund der Überlegungen ist, dass die beiden rund 800 Meter langen Trassen von und nach Neustadt, die im Jahr 1971 gebaut wurden, in den nächsten fünf bis zehn Jahren umfassend saniert werden müssen. Jahrelang eindringendes Wasser, zum Teil versetzt mit Salzen, hat die Bewehrung im Inneren rosten lassen. Risse im Beton, lose Brocken und sich lösende Schichten an den Kappen, auf denen die Geländer ruhen, sind das Ergebnis. Derzeit wird mit Kosten von etwa sieben Millionen Euro gerechnet. Ein Teil des Geldes könnte in die Umgestaltung der Ost-West-Verbindung fließen.

Ob die Hochstraße oder ein Teil davon abgerissen werden soll, ist bei den Hallensern umstritten. Die Bürgerinitiative Hochstraße tritt schon seit Jahren für einen Abriss ein und entwickelt Alternativen.

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