MZ 18.2.10

Perspektiven für die Doppelstadt
Themenjahr: Unter dem Motto "Halle verändert" findet die Gemeinschaftsinitiative ihren Abschluss

Autorin: Heidi Jürgens

"Halle verändert" - unter diesem Motto steht das diesjährige stadtweite kulturelle Themenjahr, das zur Francke-Feier am 20. März eröffnet werden soll. Seit dem Jahr 2000 geht die Stadt mit ihren Themenjahren einen ganz besonderen Weg, der nun 2010 mit dem elften Motto seinen Abschluss finden soll.

"Halle an der Saale - Antworten aus der Provinz" ist der Titel der Gemeinschaftsinitiative, die unter Federführung des Initiators, der Franckeschen Stiftungen, jährlich einen speziellen Aspekt des gesellschaftlichen Lebens auf mannigfaltige Art zu beleuchtet. So reichte das Spektrum von Kindern über Religion, Wissenschaft, Alter, Bildung, Familie, Internationalität, Kommunikation und Zeit bis zum Thema Arbeit im vergangenen Jahr. Wenn es nun 2010 zum Abschluss der Reihe um Veränderung geht, dann hat dies auch seinen Grund darin, dass 2010 die Projekte zur Internationalen Bauausstellung (IBA) präsentiert werden, in dem viele Facetten der Stadtentwicklung und -veränderung erlebbar werden.

So sind nach Angaben von Andrea Klapperstück, Mitarbeiterin und Koordinatorin der Themenjahre in den Franckeschen Stiftungen, unter anderem Diskussionsrunden vorgesehen, die sich mit Halle als "Doppelstadt" befassen, zu der die Saalemetropole sich aus Halle und Halle-Neustadt entwickelt hat. Dabei geht es auch um deren Perspektive. Wie Andrea Klapperstück erklärt, soll das Augenmerk jedoch nicht nur baulichen Veränderungen und ihrer Wirkung auf die Stadt und ihre Menschen gelten. "Auch Kultur und Grün spielen im letzten Jahr herausragende Rollen", sagt sie. "Halle hat sich von der Diva in Grau zu einer Diva in Grün gewandelt", ist sie sich sicher. Erlebbar solle dies zum Beispiel bei Gartenspaziergängen werden, die zum Programm des Themenjahres 2010 gehören.

Und dass sich die Saalestadt als Kulturhauptstadt längst etabliert hat, auch darauf will man besonders verweisen. Zum Beispiel auf die Kulturmeile, die sich durch die Stadt zieht. Sie kann anhand eines Flyers nachvollzogen und je nach Zeit und Interesse bei Tag und Nacht begangen und erlebt werden. Schließlich gehe es im letzten der Themenjahre aber auch um eine Bilanz: Was haben sie gebracht, welche Wirkungen gingen nachhaltig von den mannigfaltigen Veranstaltungen und Projekten aus?

Ein "opulentes Programm zum Abschluss" hatte Stiftungsdirektor Thomas Müller-Bahlke bereits im Vorjahr für das Themenjahr 2010 angekündigt, und dieses nimmt immer mehr Gestalt an. So soll es im April ein Gespräch mit dem Philosophen Peter Sloterdijk geben, der 2009 den Preis für Architekturkritik erhalten hat, im Mai ist ein Fest auf der Hochstraße vorgesehen, das Lindenblütenfest in den Stiftungen widmet sich im Juni dem "Abenteuer Bauen". Geplant sind weiterhin Architekturführungen und Ausstellungen zur Geschichte von Bauten der Stiftungen und Universität. Auch zahlreiche Vortragsreihen und Gesprächsrunden gehören wieder zum Programm. Eingebunden ins Themenjahr "Halle verändert" sind etwa 100 kulturelle, soziale, pädagogische und religiöse Einrichtungen der Stadt.