MZ 18.3.10

West-Umfahrung über die A 143 rückt näher
Verkehrsminister legt Zeitplan vor. Verein Weinberg-Campus fordert den Ausbau des Gimmritzer Damms.

Autor: Michael Deutsch

Die hallesche West-Umfahrung über die A 143, als nordwestliche Verbindung zwischen der B 80 zur A 14, ist in Sichtweite gerückt. "Mitte nächsten Jahres könnten die Bagger rollen" gab gestern Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) auf einer Konferenz zur halleschen Verkehrsentwicklung seine Marschroute bekannt. Die Mitglieder des Vereins Weinberg-Campus hatten dazu in die Stadtwerke eingeladen. Sie wollten vom Minister und Halles Wirtschaftsbeigeordneten Wolfram Neumann wissen, mit welchen Maßnahmen Stadt und Land den Technologiestandort in Heide-Süd verkehrstechnisch auf Vordermann bringen wollen.

Vierspurig und Kreisverkehr

Daehre - der wegen des halleschen Berufsverkehrs eine halbe Stunde zu spät kam - verwies deswegen auf die Dringlichkeit der Westumfahrung. Wenn keine erneuten Klagen drohten, könne die ergänzende Planfeststellung im Frühjahr 2011 beschlossen und die Bauleistungen vergeben werden. Das Gros der am Weinberg-Campus ansässigen Vertreter von Instituten, Firmen und der Universität Halle appellierte an den vierspurigen Ausbau des Gimmritzer Damms und die Einrichtung eines Kreisverkehrs am Knoten Heideallee/Weinbergweg/Walter-Hülse-Straße (MZ berichtete).

Laut Neumann laufen dazu die Planungen. Frühestens seien diese 2013 realisierbar. Zuvor hatte Ulrike Fiedler, Chefin der Firma Scil Proteins, die Situation vieler dort ansässiger Firmen auf den Punkt gebracht. "Die Unternehmen sind gewachsen, die Infrastruktur ist aber geblieben", sagte Fiedler, die auch fehlende Parkplätze beklagte und sich wünschte, dass die Straßenbahnen in der Heide-Allee für die Schichtarbeiter auch am Abend öfter fahren würden.

Gesamtkonzept gefordert

Reinhard Schröter, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, zog mit der Stadt hart ins Gericht. Bund und Land hätten ein Verkehrsleitbild. "Nur in Halle vermisse ich einen roten Faden". In der Vielzahl von Projekten mache die Stadt nicht mehr klar, wo ihre Prioritäten liegen. Halle braucht ein Verkehrsgesamtkonzept", forderte er.

Auch die Verbesserung der Sozialstruktur am Weinberg-Campus stand im Fokus der Diskussion. So wurde nach einer internationalen Schule gefragt, welche die Stadt gerade in einer Machbarkeitsstudie prüfen lasse. Wie Neumann dazu erklärte, wären für so eine Einrichtung rund 1,5 Millionen Euro (ohne Bauinvstitionen) nötig. Ein möglicher Standort sei der Bertha-von-Suttner-Platz, so der Beigeordnete.

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