MZ 18.8.10

Für Reparaturen fehlen 20 Millionen

Vor allem Bauwerke, die Ende der 60er Jahre errichtet wurden, müssen dringend saniert werden. Auch alle halleschen Fußgängertunnel sind betroffen.

Nachdem der Brückenbereich der Paracelsusstraße wegen bröselndem Stahl teilweise gesperrt werden musste, räumte gestern Baudezernent Thomas Pohlack ein, dass es in Halle weitere Übergänge mit dringendem Sanierungsbedarf gibt. Das betreffe nahezu alle Bauwerke, die Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre als Fertigteil-Konstruktionen mit dem fehlerhaften Stahl errichtet wurden. "Die Schwerpunkte liegen in Neustadt, auf der Silberhöhe und in der Südstadt", sagte Pohlack. Dort seien nicht nur Brücken betroffen. Auch alle Fußgängertunnel sind in jener Bauweise errichtet worden, die jetzt zu statischen Problemen führt. Auf eine Anzahl an Bauobjekten wollte sich Pohlack nicht festlegen. Es gehöre aber zum Beispiel der S-Bahnhof, der unter der Neustädter Magistrale hindurchführt, dazu. Sie alle müssten permanent überwacht werden.

Die notwendigen Sanierungen und Instandhaltungsarbeiten verschlingen dem Dezernenten zufolge mindestens 20 Millionen Euro. Diese Summe müsse innerhalb der nächsten zehn Jahre aufgebracht werden. "Wir hoffen dabei auf Förderung durch das Land. Ansonsten können wir diese riesige Aufgabe nicht anpacken."

Zugleich versuchte Pohlack, die Hallenser zu beruhigen. Die massiven Probleme an der Paracelsusstraßen-Brücke seien ein Einzelfall. "Solche extremen Sicherheitsbedenken gibt es an den anderen Bauwerken nicht." Die rund 130 Brücken in Halle sowie die Tunnel würden regelmäßig untersucht und die Schäden katalogisiert.

So habe man auch die Hochstraße im Blick. Dort müssen als dringendste Maßnahme die Geländer ausgetauscht und die Randbereiche der Brücken saniert werden. Noch in diesem Jahr soll an den Hochstraßenbrücken mit statischen Nachbesserungen begonnen werden.

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