MZ 19.4.08

MZ 19.4.08

Experten suchen Alternativen
Debatte um Hochstraße

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Die Diskussionen um einen Abriss der Hochstraße in Halle sind wieder aufgeflammt. Wie ADAC-Vorstandsmitglied Jürgen Henze gestern sagte, gebe es aus verkehrstechnischer Sicht in den kommenden Jahrzehnten keine Alternative zu der Trasse. Dagegen hat die Bürgerinitiative Hochstraße (BI) bekräftigt, weiter an Lösungen zu arbeiten, die einen Abriss ermöglichen. Dabei schwebt den Mitgliedern zur Finanzierung eines Umbaus eine Spendenaktion wie beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche vor.

"Keine Alternative"

"Die Hochstraße ist derzeit nicht ersetzbar", sagte Henze. Laut dem 70-jährigen Verkehrsbauexperten sei keine Lösung absehbar, die den Verkehr so flüssig wie die Hochstraße ableite. Ihr Abriss würde ein völlig neues Verkehrskonzept mit hohen Kosten erforderlich machen. "Solange es keine finanzierbare Alternative gibt, muss die Hochstraße bleiben", so Henze mit Blick auf die Finanzprobleme der Stadt. Henze war als Oberbauleiter selbst am Bau der Hochstraße beteiligt. Er ist auch Mitglied in der BI. Deren Mitstreiter wollen die Trasse als städtebaulichen Störfaktor beseitigen.

BI-Sprecher Hans-Georg Ungefug reagierte gelassen auf die Skepsis in den eigenen Reihen. "Dass bezahlbare Alternativen her müssen, darüber herrscht Einigkeit. Wir wollen aber nicht warten, sondern jetzt schon herausfinden, wie die Hochstraße ersetzt werden kann", so Ungefug. Mit Expertenhilfe sollen Varianten wie ein Tunnel und eine weitere Saalebrücke geprüft und konkrete Planungen entworfen werden. "Dann wollen wir nach dem Modell der Dresdner Frauenkirche nach Sponsoren suchen." Die 1945 zerstörte Frauenkirche war für 180 Millionen Euro wieder aufgebaut worden - 100 Millionen gaben Spender aus aller Welt.

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