MZ 2.2.10

A 143
Kompromiss finden

 Leserbrief von Volker Reichardt zu "Ortsumgehungen im Plan", MZ vom 16. Januar 2010, und zum Leserbrief "Sorgenkind 143"

Ich habe mich mein ganzes Berufsleben lang mit dem Stadtgrün beschäftigt. Deshalb kann ich mit meiner Meinung auch nicht in die Nähe der "Naturfeinde" gerückt werden. Ich kann mich den Lesern, die sich zum nun endlichen Lückenschluss des Autobahnringes der A 143 geäußert haben, voll inhaltlich anschließen.

Auch zu DDR-Zeiten bemühten wir uns, Brachflächen aufzuforsten und Grüngürtel zu schaffen. Natürlich wusste man von den gesundheitsschädlichen Produktionsverhältnissen in Leuna und Buna. Gerade deshalb wurde uns die Erweiterung des Grüns im Umfeld der Wohnungen in Halle-Neustadt dick ins Stammbuch geschrieben. Dennoch stellt der starke Durchgangsverkehr in Teilen des Stadtgebietes durch den fehlenden Autobahn-Lückenschluss eine unerträgliche Belastung dar. Die Neinsager zur A 143 nehmen meiner Auffassung billigend in Kauf, dass viele Bürger von Halle gesundheitliche Belastungen ertragen müssen. Doch die Naturschützer sollten in erster Linie an das Wohl der Menschen denken. Entscheidend ist bei allen Projekten, dass man die beste Lösung sucht, dabei vieles abwägt und schließlich einen guten Kompromiss findet. So sollte es auch bei der A 143 sein.

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