MZ 27.3.07

Hochstraßen-Gegner gründen Verein
Versammlung in Leopoldina - Gespräch mit Stadt anberaumt

Autor: Michael Tempel

Sie arbeiten im Vorstand des Hochstraßen-Vereins mit: Ingo Kautz, Hans-Georg Ungefug (Schriftführer), Ludwig Schlereth (Schatzmeister) und Wolfgang Stockert (v.l.).

Wird der 26. März 2007 ein bedeutendes Datum für die Innenstadt-Gestaltung von Halle sein? Gestern Abend, 18.45 Uhr, schlossen sich die Mitglieder der erst kürzlich gebildeten Bürgerinitiative Hochstraße zu einem Verein zusammen. Sein Ziel: Abriss beziehungsweise Umgestaltung der Hochstraße zwischen Waisenhausapotheke und Neustadt.

Bei ihrer Versammlung in der Leopoldina votierten die 38 anwesenden Stimmberechtigten einmütig für die Gründung des Vereins "Bürgerinitiative Hochstraße Halle an der Saale e.V.“ (BI). Als Vorsitzender wurde in Abwesenheit Ex-Regierungspräsident Jens HolgerGöttner gewählt. Seine Stellvertreter: der frühere hallesche Planungsdezernent Ingo Kautz und Burg-Kanzler Wolfgang Stockert.

Kautz zufolge zählt der Verein bereits 63 teil prominente Mitglieder. Hinzu kämen 31 Unterstützer. Darunter ist der in New York lebende Medizin- Nobelpreisträger Günter Blobel, der sich auch für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche stark gemacht hatte. Die BI betrachtet die 1971 gebaute Hochstraße als Störfaktor, der die Altstadt zerschneide.

Zu den Vereinsmitgliedern zählt auch der Direktor der Franckeschen Stiftungen, Thomas Müller-Bahike. Er befürchtet, dass die direkt neben seiner Einrichtung verlaufende Trasse hinderlich sei beim Bestreben der Stiftungen, ins UNESCO-Welterbe aufgenommen zu werden.

Die Stadt hat es bislang abgelehnt, sich näher mit dem Thema Hochstraße zu befassen. Das Rathaus verwies darauf, dass die Trasse eine wichtige Verkehrsader sei und Alternativen teuer seien. Auch Bürger haben bereits ihr Unverständnis über die BI bekundet. Die Vereins-Mitglieder geben sich indes gesprächsbereit. "Wir wollen mit der Stadt und nicht gegen sie arbeiten“, sagte Vorstandsmitglied Hans-Georg Ungefug. Dazu gebe es am 5. April ein Gespräch mit Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach. In der Präambel der Satzung wurde zudem die Schaffung von Alternativen als Bedingung für einen Hochstraßen-Abriss verankert.

Weitere Vorhaben des Vereins sind neben dem Einwerben von Spenden unter anderem die Ausrichtung eines Experten-Workshops im Oktober und der Start eines internationalen Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung der Hochstraße am Jahresende.

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