MZ 31.5.10 - 4

Halle
Lange Staus im Stadtgebiet während der Sperrung

Nicht nur der Andrang der Schaulustigen bei der IBA-Aktion auf der Hochstraße war am Sonntag groß. Auch auf den Straßen gab es Andrang - und zwar auf die beiden verbliebenen Saale-Querungen. Denn während die Hauptverbindung zwischen Altstadt und Neustadt unterbrochen war, wälzte sich der gesamte innerstädtische Ost-West-Verkehr teils über die Giebichensteinbrücke, teils über die Röpziger Brücke.

Dabei kamen die Autokolonnen zeitweise schon weit vor den Brücken zum Stehen. Etwa an der Wolfensteinstraße oder am Robert-Franz-Ring. "Das hat länger gedauert als im wöchentlichen Berufsverkehr", stellte Cindy Palitzsch fest, die vom Bahnhof nach Heide-Nord unterwegs war.

In der Gegenrichtung kam die Blechkarawane zeitweise schon am Heiderand zum Stehen. Weniger Geduld als jene, die aus Dölau oder Lettin einpendelten, brauchten freilich die Kröllwitzer. Wer durch die Talstraße gefahren war und dann beim Linksabbiegen auf die Brücke Entschlossenheit und gute Nerven zeigte, konnte letztlich doch einigermaßen schnell an sein Ziel gelangen. Dies freilich setzte genaue Ortskenntnis voraus. Wer die nicht hatte, irrte oft recht orientierungslos durch Halle. Schließlich hatte man von Seiten der Stadt und der Polizei darauf verzichtet, klare Umleitungsempfehlungen für die Stunden der Hochstraßen-Sperrung abzugeben und auszuschildern. Vor dem Problem eines kreativen Projekts zur Internationalen Bauausstellung versagte dann auch manches Navigationssystem, so dass Autos mit nicht-halleschen Kennzeichen in nennenswerter Zahl am Glauchaer Platz herumirrten. Von den Staus waren auch Straßenbahnen betroffen, wodurch den Passagieren ähnliche Geduld abverlangt wurde wie Autofahrern. Von Letzteren nahmen die Sache freilich auch manche gelassen. "Wir hätten ja auch mit den Rad kommen können", meinte Desirée Dickel, die mit ihrem Freund zur Hochstraße wollte. So habe es halt länger gedauert - aber: "Diese tolle Aktion war das allemal wert." Als der Besucherstrom vor 20 Uhr allerdings abebbte, hatte die Polizei ein Einsehen mit den Stau-Geplagten und beendete die Sperrung der Hochstraße zwei Stunden eher als geplant.

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