MZ 4.1.10

Stadtplanung
Initiative sieht Ersatz für die Hochstraße
Busmann zufrieden mit IBA-Vorlauf

Autor: Michael Tempel

Halles Koordinator für die Projekte zur Internationalen Bauausstellung 2010 in Sachsen-Anhalt (IBA), Friedrich Busmann, hat für das Jahr 2009 eine positive Bilanz gezogen. Busmann zeigte sich in einem Brief an Akteure und Unterstützer der IBA erfreut, dass die ersten Projekte fristgerecht übergeben werden konnten. "Wer hätte das noch 2008 geglaubt?", schrieb Busmann. Vor allem der im September eröffnete Skaterpark in Neustadt habe Signalwirkung und unterstreiche das IBA-Ziel, Leben in die Stadtteilzentren zu holen.

Magistrale wird gesperrt

Aber auch die Aufwertung des Tulpenbrunnen-Areals sowie die Aktivitäten zur Image-Verbesserung des Glauchaviertels zeigten positive Effekte, so Busmann. Optimistisch blickte er auf die in Halle geplanten Veranstaltungen zur IBA voraus, die im April beginnen. So wies er unter anderem auf die am 30. Mai geplante Sperrung der Magistrale hin: Dann soll die Trasse inklusive der Hochstraße ein einziges Event-Areal mit Kultur- und Sportveranstaltungen werden.

Im Rahmen der IBA, die Halles Charakter als Doppelstadt (Altstadt und Neustadt) hervorheben soll, werden sieben Bau- und stadtplanerische Projekte im Gesamtumfang von sieben Millionen Euro umgesetzt (die MZ berichtete).

Busmann, der über Jahre Planungsdezernent der Stadt gewesen war, bewertete es ebenso positiv, dass die Debatte um einen möglichen Abriss der Hochstraße an Fahrt und Sachlichkeit gewonnen habe. "Die IBA war hier Wegbereiter für eine unverhoffte Annäherung kontroverser Positionen", so Busmann mit Verweis auf die Ankündigung seines Amtsnachfolgers Thomas Pohlack, einen Teilabriss der Hochstraße zu prüfen.

Wird Mansfelder Straße ausgebaut?

Unterdessen hat die Bürgerinitiative Hochstraße (BI), die sich seit Jahren für einen Abriss der Trasse stark macht, einen Alternativ-Vorschlag für den Innenstadtverkehr präsentiert: So plädiert die BI für eine Ertüchtigung der Mansfelder Straße als voll nutzbaren Verbindungsweg zwischen der Alt- und der Neustadt. Dazu sollte die Straße zwischen Klausbrücke und Rennbahnkreuz zwei- oder mehrspurig ausgebaut und die Herrenstraße für einen Zweirichtungsverkehr geöffnet werden. "Es würde zeitnah eine voll funktionsfähige Alternativroute für den Innenstadtverkehr zur Verfügung stehen", so die BI. Solange die Hochstraße existiere wäre dies eine Art "Bypass" für den Fall einer Sperrung der Trasse. Die Stadt hat sich zu dem Vorschlag noch nicht geäußert.

 

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