MZ 4.12.2010

Umweltzone soll kleiner ausfallen
Land strebt Fahrverbote in Halle ab 1. Seütember 2011 an. Geltungsbereich bleibt wohl auf Innenstadt begrenzt

Die in Halle geplante Umweltzone wird womöglich nicht so groß wie zunächst geplant. "Wir diskutieren mit der Stadt über eine kleinere Zone", sagte der Präsident des Landes-Umweltamtes, Klaus Rehda, der MZ. Ihm zufolge könnte der ins Auge gefasste Bereich in etwa halbiert werden. In welchem Gebiet konkret die Umweltzone, in der dann nur noch schadstoffarme Autos fahren dürften, eingerichtet werden soll, ließ Rehda offen. "Es geht um die zentrale und die nördliche Innenstadt", sagte er. Offenbar stehen die Viertel nördlich der Hochstraße im Blick.

Beim Landesamt wird zurzeit ein Luftreinhalteplan für Halle erarbeitet. Er soll gewährleisten, dass in der Stadt die von der EU vorgegebenen strengeren Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden. Im Gegensatz zur Stadtverwaltung, die eine Umweltzone immer abgelehnt hatte, wird diese beim Landesamt als wichtigste Maßnahme zur Luftreinhaltung favorisiert.

Im Rathaus wollte man sich zum aktuellen Stand der Planungen am Freitag nicht weiter äußern. "Wir sind mit dem Land weiter im Gespräch", sagte Ria Steppan vom Presseamt. Von einer möglichen Verkleinerung der Zone sei nichts bekannt.

Dass Halle eine Umweltzone bekommen wird, steht indes fest. Das bekräftigte am Freitag das Umweltministerium. Laut Pressesprecher Detlef Thiel wird ein Inkrafttreten der Zone in Halle am 1. September 2011 angestrebt - zeitgleich mit Magdeburg. Die erwogene Verkleinerung sei ein Entgegenkommen an die Stadt. Das Rathaus hatte versucht, durch andere Vorhaben wie etwa ein Durchfahrtsverbot für Lkw, eine Umweltzone zu verhindern.

Wer in die Zone hinein darf, das hängt vom Schadstoffausstoß des Fahrzeugs und der dazugehörigen Umweltplakette (rot, gelb oder grün) ab. Laut Thiel sollen in Halle zuerst schadstoffreiche Fahrzeuge (rote Plakette) Fahrverbot erhalten. Ab 2013 müssten auch Autos mit gelber Plakette draußen bleiben. Laut Rehda werden die Planungsunterlagen Anfang 2011 im Rathaus vier Wochen ausgelegt, wo die Hallenser Einwendungen und Hinweise einbringen können. Der Termin dafür steht aber noch nicht fest.

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