MZ 8.5.09

Hochstrasse
Ideen aus Düsseldorf und Hannover
Experten berichten auf Kongress in Leopoldina

 Von Jan Möbius

Die Bürgerinitiative (BI) Hochstraße hat sich bei ihren Bestrebungen für einen Abriss der Brücken, die Halles Zentrum und Neustadt miteinander verbinden, Anregung geholt. Erfahrungen aus Städten, die solche Projekte bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben, sollen auch in Halle einfließen. Deshalb fand gestern in der Leopoldina ein Kongress statt, bei dem auch Experten aus Hannover und Düsseldorf über ihre Erfahrungen berichteten. In beiden Großstädten wurden bereits Hochstraßen abgerissen und durch Alternativen ersetzt.

Millionen für eine Tunnelvariante

So wurde in Düsseldorf mit einem dreistelligen Millionenaufwand der gesamte Verkehr von der Hochstraße unter die Erde in einen Tunnel verlegt, berichtete Richard Erben vom dortigen Stadtplanungsamt. Anders ist man in Hannover an das Projekt herangegangen. Nachdem dort eine vollständige Sanierung der Trasse notwendig wurde, hatte man sich in der Stadt für einen Abriss entschieden. Der Verkehr fließt nun, wie Hannovers Tiefbau-Chef Gerhard Kumm-Dahlmann erklärte, ganz normal durch Hannover. "Und wir registrieren sogar weniger Autos", sagte er. Allerdings waren auch diese beiden Vorhaben von heftigen Diskussionen begleitet.

Ob eine der gestern vorgestellten Varianten aus Düsseldorf oder Hannover für Halle in Frage kommt oder ein völlig neuer Weg eingeschlagen werden muss, ist nach Aussage vom Vorsitzenden der BI, Jens Holger Göttner, völlig offen. "Das wollen wir auch nicht entscheiden, dafür gibt es Experten", sagte er. Sein Verein wolle vielmehr Ansätze zeigen und vor allem die öffentliche Diskussion anregen.

Lebensdauer der Brücken läuft ab

Und dazu sei es allerhöchste Zeit, betonte auch Vorstandsmitglied Hans-Georg Ungefug. Denn Schätzungen würden davon ausgehen, dass die Lebensdauer der Hochstraße in 20 Jahren abgelaufen sein könnte. "Dann", so Ungefug, "droht der Einsturz der Brücken." Eine Sanierung komme für ihn aus wirtschaftlicher Sicht nicht in Frage. Vielmehr müsse bis dahin die Planung für eine Alternative in trockenen Tüchern sein. "Dazu gehört auch der dritte Saaleübergang."

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