MZ 9.10.08 Klausbrücke

Streit endet mit Kompromiss
Klausbrücke soll größer gebaut werden - Ausschuss folgt Vorschlag der Stadtplaner nicht

Autor: Andreas Lohmann

HALLE/MZ. Im halleschen Stadtrat zeichnet sich ein Kompromiss zum umstrittenen Umbau der Klausbrücke in der Mansfelder Straße ab. Der Planungsausschuss stimmte auf Antrag von Thomas Felke (SPD) einer Variante zu, die vorsieht, die neue Brückenplatte größer zu bauen, als es die städtischen Planer vorgeschlagen haben. Dennoch soll dem Willen von Baudezernent Thomas Pohlack gefolgt werden, künftig nicht mehr Verkehr als derzeit über die Brücke zu führen.

Die Kompromiss-Variante verursacht laut Pohlack Mehrkosten von 300 000 Euro. Felke vertrat die Auffassung, dass sie gerechtfertigt seien. Man dürfe sich für die Zukunft nichts verbauen. Die neue Brücke werde über Jahrzehnte Bestand haben und sollte bei Bedarf mehr Verkehr aufnehmen können.

Die Klausbrücke soll im Jahr 2010 umgebaut werden. Geplant ist eine mehr als zehnmonatige Vollsperrung. Im gleichen Zug sollen die Mansfelder Straße zwischen Schieferbrücke und Klausbrücke sowie der Hallorenring saniert werden. Im Hallorenring kommt noch die Instandsetzung des unterirdischen Gewölbes der Gerbersaale hinzu (die MZ berichtete), so dass Pohlack mit Gesamtkosten von rund 9,5 Millionen Euro rechnete. Nach dem Votum im Planungsausschuss würde sich die Summe auf 9,8 Millionen erhöhen. Das letzte Wort hat der Stadtrat am 29. Oktober.

Vor allem die CDU-Fraktion hatte sich für eine vergrößerte Brücke eingesetzt. Stadtrat Frank Sänger: "Sie muss Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen aufnehmen." Derzeit wird sie nur stadtauswärts von Autos befahren. Stadteinwärts nicht, denn der an der Brücke einmündende Robert-Franz-Ring ist in dieser Fahrtrichtung gesperrt. Ob er geöffnet werden sollte, wurde in vielen Sitzungen diskutiert. Dietmar Weihrich (Bündnisgrüne) und Uwe Heft (Fraktion Die Linke) konnten nicht überzeugt werden. Weihrich: "Vor allem für Radfahrer und Fußgänger würde das eine Verschlechterung bedeuten."

Sänger hatte ein Gutachten einholen lassen. Es unterstützte die CDU-Position, wonach künftig die Altstadt aus Richtung Norden besser erreichbar sein müsse und der Brückenumbau eine letzte Gelegenheit böte, das zu erreichen. Die Verwaltung konterte mit einem Gutachten und blieb bei ihrer ablehnenden Haltung. Martin Bauersfeld (CDU) zeigte sich verärgert: "Wozu diskutieren wir hier eigentlich zwei Jahre, wenn die Verwaltung am Ende doch macht, was sie will." Der Felke-Kompromiss war für Bauersfeld kein Trost.

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