SN 18.3.07

Hochstraße: Abriss kostet drei Millionen
Bürgerinitiative hat rund 89 Mitglieder - Vereinsgründung am 26. März in der Leopoldina in Halle

Autor: mas

1971 als international zeittypisches Spannbetonbauwerk fertiggestellt ist die Hochstraße Halle (hier ein Blick vom Altan der Franckeschen Stiftungen nach Westen Richtung Halle-Neustadt) heute umstritten. Einflussreiche Hallenser haben eine Bürgerinitiative gegründet und fordern langfristig den Abriss. Drei Millionen Euro, rechnet Halles Stadtverwaltung, würde allein der Abriss kosten.

Die Hochstraße muss bleiben. Die Hochstraße kann weg, wenn es einen dritten Saaleiibergang gibt. Beides - Hochstraße und Saaleübergang - werden langfristig nicht gebraucht. Seit eine Bürgerinitiative Halles größtes Brückenbauwerk in Frage gestellt hat, ist eine hitzige Debatte entstanden. SN hat deshalb nochmal einige Fakten zusammengetragen und erklärt, wie man die Bürgerinitiative erreicht.

Die Hochstraße als Verbindung zwischen Halle-Hauptbahnhof und Halle Neustadt über den Franckeplatz und den Glauchaer Platz wurde 1971 errichtet und besteht aus zwei getrennten Überbauten, die jeweils zwei Richtungsfahrbahnen der Bundesstraße B 80 aufnehmen. Das hat Halles Stadtverwaltung auf SN-Nachfrage mitgeteilt. Der Entwurf stamme vom volkseigenen Projektierungsbetrjeb des Straßenwesens Halle. In persona entwickelt wurde er von den Ingenieuren Raap und Rosenzweig. Oberbauleiter war dann Jürgen Henze (SN berichtete).

Das nördliche Bauwerk erstreckt sich über 20 Felder mit einer Gesamtstützweite von 696 Meter, das südliche Bauwerk über 19 Felder mit einer Gesamtstützweite von über 661 Meter. Die Spannbetontragwerke sind jeweils 9,25 Meter breit.

Von 1994 bis 2000 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten, unter anderem an der Fahrbahn, an Pfeilern und Entwässerung in einem Gesamtwert von 3,7 Millionen Euro ausgeführt, heißt es aus dem zuständigen Dezernat der Stadt. Für einen Neubau von Bauwerken dieser Größenordnung müssten zirka 21,5 Millionen Euro und für einen Abriss der Hochstraße zirka drei Millionen Euro veranschlagt werden.

Die Bürgerinitiative „Umgestaltung HochStraße“, die am 26. März zum gemeinnützigen Verein werden soll (Treff 18 Uhr in der Akademie Leopoldina, Emil-Abderhalden-Str. 36), hat inzwischen 83 Mitglieder (Stand 14. März). Dabei handelt es sich überwiegend um namhafte Wissenschaftler und Künstler, unter ihnen GrafikdeSigner Joachim Dimanski, „Burg“-Kanzler Wolfgang Stockert und Opernhaus-Intendant Klaus FroboeSe. Prominentester Neuzugang ist der in den USA lebende Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel, der zu den Hauptförderern des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche gehört und sich inzwischen auch in Halle für die Erhaltung von historischer Bausubstanz stark macht. Sprecher  der Initiative ist der hallesche Journalist Hans-Georg Ungefug.
Der JahresmitgliedSbeitrag be-trägt 30 Euro.

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