Sonntagsnachrichten Halle 6.12.09

Masterplan soll Halle auf Kurs 2025 bringen
Arbeitsgruppe bündelt bis April Ideen – Künftiger Fokus bleibt auf Innenstadt gerichtet

Rund 30 Köpfe gingen am Montag mehr als sechs Stunden in der Villa Jühling in Klausur, um sich mit den Herausforderungen der Zukunft zu beschäftigen, die kommenden Probleme für die Stadt Halle zu analysieren und Antworten auf die sich daraus ableitenden Fragen zu finden. Überschrieben war das Ganze mit dem ehrgeizigen Titel „Strategiedialog zur Stadtentwicklung in Halle 2025“.

Nicht zum ersten Mal hatten sich die städtischen Verantwortlichen mit Vertretern von Wohnungs-, Versorgungs- und Verkehrsunternehmen zusammengesetzt, um die Folgen des Einwohnerschwundes zu beraten. Erstmals passierte dies zur Jahrtausendwende, woraus dann ein Stadtumbaukonzept entstand. Vor drei Jahren wurde dann das Erreichte mit neuen Erkenntnissen abgeglichen. Im Ergebnis entstand das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

Wichtige Grundsätze daraus sollen auch weiterhin Bestand haben. So soll der Fokus weiter auf die Stärkung der Innenstadt gerichtet bleiben, die Stadt von den Rändern her schrumpfen.

Das war aber auch schon die einzige unmissverständliche Aussage, die von den Beteiligten der Klausurtagung am Montag getätigt wurde. Im Gegenteil. Bei der anschließenden Pressekonferenz waren Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados, Bau- und Planungsbeigeordneter Thomas Pohlack sowie Moderator Michael Schädlich und Guido Schwarzendahl als Vertreter der Wohnungsunternehmen darum bemüht, möglichst unkonkret zu bleiben.
Man habe sich darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe unter Führung von Thomas Pohlack zu bilden, die bis zum April 2010 die stadtentwicklerischen Ideen zusammentragen soll. Ein darauf aufbauender Masterplan soll dann in der gleichen Runde wie am Montag beraten werden und anschließend in die öffentliche Diskussion gehen.

Neu bei der jüngsten Zusammenkunft war übrigens die frühe Beteiligung des Stadtrates in Person der Fraktionsvorsitzenden. Dies habe es so in der Vergangenheit noch nicht gegeben, erklärte Szabados nach der Beratung.
Auch wenn es am Montag nicht um konkrete Ergebnisse gegangen sei, und solche somit auch verkündet werden konnten, gab es doch ausreichend gedanklichen Spielraum.

Fakt ist: Die Stadtplanung wird weiter auf Schrumpfung eingestellt sein. Bis zum Masterplan-Zielpunkt (2025) gehen die Prognosen derzeit von rund 203.000 Einwohnern aus. Auch an der Planung für die abzureißenden Wohnungen (20.000) soll sich nichts ändern, der Realisierungszeitraum wird sich aus finanziellen Gründen aber über einen längeren Zeitraum erstrecken. Bislang seien in Halle rund 11.000 Wohnungen abgerissen worden. Und natürlich wird die Schrumpfung von Einwohnerzahl und Wohnraum auch bei den Versorgungs- und Verkehrsunternehmen zu Konsequenzen führen...

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