Sonntagsnachrichten Halle 13.03.2011

Umweltschützer wollen A 143 verhindern
Ergänzendes Planfeststellungsverfahren: Baubeginn für Lückenschluss nicht vor 2012

1992 stufte der Bundesverkehrswegeplan den Bau der A143 als vordringlichen Bedarf ein. Doch dieses Verkehrsprojekt Deutsche Einheit ist noch immer nicht fertiggestellt. Gegenwärtig läuft wieder ein Planfeststellungsverfahren. Nur wenn es nicht erneut Klagen dagegen gibt, kann 2012 gebaut werden.

Zwischen Bennstedt und der A14, dem nördlichen Abschnitt der Trasse, klafft seit etlichen Jahren eine Lücke. Gegen den Weiterbau wurde wiederholt geklagt. „Das ergänzende Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt AS Halle-Neustadt – Dreieck Halle-Nord wurde im Oktober 2009 eingeleitet“, teilte auf SN-Anfrage das zuständige Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr mit. Die Erörterungen mit den Einwendern sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Es geht um 12,6 Kilometer Autobahn für geschätzte Kosten von 240 Millionen Euro. Nach Angaben des Ministeriums wurde dieser Abschnitt bereits 1995 geplant. Die südliche Trasse zwischen dem Dreieck Halle-Süd und der Anschlussstelle Halle-Neustadt ist seit 2004 unter Verkehr. Für die Nordtrasse lag im Mai 2005 Baurecht vor. Doch bis jetzt ist es nur zu Vorarbeiten wie archäologischen Grabungen, der Verlegung einzelner Versorgungsleitungen und dem Bau einer Behelfs- und Leitungsbrücke in Salzmünde gekommen. Naturschützer blockieren den Fortgang der Arbeit.

Gegen den Bau der A143 ist der Naturschutzbund (NABU) in Halle. In seiner Einwendung gegen das Bauvorhaben heißt es, Zitat: „Die Autobahntrasse tangiert und durchschneidet drei Naturschutzgebiete (Dölauer Heide/Lindbusch, Muschelkalkhänge bei Lieskau, Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz), die einen europäischen Schutzstatus genießen.“ Die Naturschützer bestreiten die Notwendigkeit der Trasse und beanstanden unnötige Belastungen insbesondere auch für die Menschen in Salzmünde, wo die Autobahn mitten durch den Ort gehen soll.


Zuletzt hatte das Bundesverwaltungsgericht im Januar 2007 den Bau der A143 bis auf Weiteres versagt. Die zuständigen Ministerien haben reagiert, neue Untersuchungen angestellt und Planungen modifiziert. Wie es heißt, wurden unter anderem Tierlebensräume kartiert, Boden­untersuchungen angestellt, die Umweltverträglichkeitsstudien überarbeitet und ergänzt sowie eine Verkehrsuntersuchung für das Prognosejahr 2025 in Auftrag gegeben. Neu in den Plan aufgenommen wurden zusätzliche Irritationsschutzwände und Kompensationsmaßnahmen.


Nach Ansicht des Ministeriums führt der Anschluss der A143 an die A14 zu einer Verkehrsentlastung für die Stadt Halle. „Wir erwarten, dass die Naturschutzverbände von weiteren Klagen absehen“, sagt Bauminister Karl-Heinz Daehre. Schließlich gehe es auch darum, dass die Menschen in Halle entlastet werden.

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