Halle behält Hochstraße
Alternative zu teuer - Weinberg-Campus will bessere Anbindung

Die A143 wird (eventuell) 2013 fertig, Halle hat ein 13 Jahre altes Verkehrsleitbild und Halle ist gut zu erreichen, aber schlecht zu durchfahren. Viel Schelte gab es auf einer Veranstaltung zur Verkehrsentwicklung rund um den Technologiepark Weinberg Campus, die der Weinberg-Campus-Verein am Mittwoch im Hause der Stadtwerke Halle ausrichtete.

Sowohl Halles Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann, als auch Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre demonstrierten Bereitschaft und lobten das Geschaffte. Sie verdeutlichten, dass alles Zeit braucht und (viel) Geld kostet.

Es gibt im Moment eine europaweite Ausschreibung für die verkehrstechnische Ertüchtigung des Campus und Pläne, 2013 zu bauen, so Neumann. Es geht um den aus Sicht der angesiedelten Unternehmen und Forschungseinrichtungen notwendigen Ausbau der Straßen Gimritzer Damm und Heideallee. Doch zunächst läuft der Ausbau in Heide-Süd weiter mit dem Bau einer Mensa, dem Ausbau des Fraunhofer-Instituts und dem geplanten Aufbau einer „Internationalen Schule“.

Von schwangeren Fledermäusen und weidenden Schafen referierte Verkehrsminister Daehre, der beim Lückenschluss der A143 von Bennstedt bis zur A14 durch  Naturschutzgebiete von europäischem Rang muss. Er ist optimistisch, dass nach der Klage des Nabu 2005 gegen den Planfeststellungsbeschluss ein so gründlich überarbeiteter Bauplan vorliegt, dass er 2011 durchgeht. „Die Finanzierung steht“, so Daehre. Allein die Saalebrücke sei mit 75 Millionen Euro veranschlagt.

Hauptkritikpunkt der Unternehmen am Weinberg-Campus ist die verkehrstechnische Anbindung, sagte Scil Proteins-Geschäftsführerin Ulrike Fiedler. Er vermisse eine Gesamtkonzeption in Halle, kritisierte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schröter. Das verkehrspolitische Leitbild der Stadt stamme von 1997(!). Erst 2013 sei ein neues vorgesehen.

Dass die Hochstraße abgerissen werden kann, bezweifelte er, ebenso die Verkehrszahlen, die das begründen sollen. Neumann gab ihm indirekt recht: Die Diskussion sei akademisch und eine wirkliche Alternative nicht finanzierbar.

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