Super Sonntag 10.5.09

Erster Schritt: Verkehrszählung
Drei-Städte-Konferenz zu innerstädtischen Hoch und Schnellstraßen

Halle (sc). Langsam scheint man aufeinander zu zu gehen. Denn eines ist in Bezug auf das Streitthema Hochstraße inzwischen allen klar: über deren „Zukunft“ ist nachzudenken.


Denn spätestens in 30 Jahren muss etwas getan werden. Länger hält der Stahl im Beton nicht mehr. Eine Sanierung wird für die Stadt immer schwieriger. Weniger der veranschlagten Kosten wegen, sondern weil sich immer mehr zu Wort melden, die den Abriss der Konstruktion befürworten. Zwar haben Letztere aus der Bürgerinitiative auch am Mittwoch zur Drei-Städte-Konferenz „Verkehrsplanung“ in Gestalt ihres Sprechers Hans-Georg Ungefug und ihres Vorsitzenden Jens Holger Göttner betont, dass sie keine Fachleute seien, es also denen überlassen sei, wie sie diesen Willen der Bevölkerung umsetzen.
Aber natürlich kommen sie nicht umhin, selbst mit an möglichen Alternativen zu arbeiten. Denn einen ersten wichtigen Schritt hat die Stadt am Mittwoch getan: die umfassende Zählung des Verkehrs, den Halle insgesamt und die Hochstraße im Besonderen zu bewältigen hat.


Wie man mit dem Problem umgehen kann, haben Richard Erben, Leiter des Stadtplanungsamtes in Düsseldorf, und Gerhard Kumm-Dahlmann, Fachbereichsleiter Tiefbau in Hannover, dargestellt. Beide Städte haben sich ihrer Hochstraßen entledigt. Düsseldorf mit beneideswert viel Geld aus dem eigenen Stadtsäckel und Hannover zu einer Zeit, als die demokratische Teilhabe der Bevölkerung noch kein großes Thema war.


Düsseldorf hat nun anstelle der Hochstraße eine Untertunnelung, eine Variante, die in Halle nicht nur aus Geldgründen unmöglich scheint. In Hannover habe sich der Verkehr, so Kumm-Dahlmann, erstaunlicherweise nach dem Abriss verringert. So einfach dürfte das in Halle nicht gelingen.


Schließlich kann der Hochstraßenverkehr nicht eins zu eins auf die untere Ebene verlagert werden. Aber ein Maßnahmenkatalog aus bis zu 30 Bausteinen (z. B. Fertigstellung der Ost-Tangente, Schluss des Autobahnringes, neuer Saale-Übergang) könnte sie überflüssig machen. Denn das eigentliche Ziel sei, dass ohne Hochstraße die Franckeschen Stiftungen endlich eine Chance auf den Weltkulturerbe-Status haben.

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