Wochenspiegel 16.9.09

Saalestadt vorläufig ohne Umweltzonen
Überschreitungen der Grenzwerte in Halle trotzdem vermeiden

Stadt erarbeitet bis Oktober ein umfangreiches Maßnahmenpaket

Ab Januar 2010 gelten neue EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid. Damit diese in den Städten eingehalten werden können, müssen die Kommunen Maßnahmen ergreifen, um u. a. die Verkehrsbelastung zu reduzieren.

Das Landesumweltamt (LAU) hat deshalb in der vergangenen Woche mit den Verantwortlichen der Stadt Halle zusammen gesessen, um über die Einrichtung von Umweltzonen zu diskutieren. Aber, erklärte Beigeordneter Dr. Thomas Pohlack am Montag gegenüber den Medien, die Grundstruktur des halleschen Straßennetzes lässt das nicht zu. Effektive Umweltzonen würden auch die zwei Saaleübergabe einschließen und das trenne die Stadt in zwei Teile. Außerdem stehe die Frage offen, ob Umweltzonen überhaupt das geeignete Mittel seien die Belastungen einzuschränken. „Sie würden die Belastungen ja nur verlagern.“

Deshalb haben sich LAU und Stadt erst einmal geeinigt darüber, dass es in Halle vorläufig keine Umweltzonen und damit auch keine Plakettenpflicht für das Befahren der Innenstadt gibt.

Jetzt ist Halle aufgefordert, ein umfangreiches Maßnahmepaket zu schnüren, um den Anforderungen der EU-Grenzwerte gerecht werden zu können. So stehen bereits die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs als Alternative zum Auto, verkehrsfreie Zonen in der Innenstadt und Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten auf der Haben-Seite. Den Durchgangsverkehr auf die Haupttrassen nach außen zu verlegen, sieht Dr. Pohlack als eine wichtige Aufgabe zur Entlastung der Altstadt an und hofft auf den baldigen Lückenschluss im Autobahnring und die Fertigstellung der Osttangente.

Zeitweilige Geschwindigkeitsreduzierungen bei einer Schlechtwetterlage oder Durchfahrtsverbote für große Dieselfahrzeuge könnten weitere Maßnahmen sein genau so wie eine Ampelschaltung z. B. am Dessauer Platz, die nur so viele Fahrzeuge in die Stadt lässt, wie die Paracelsusstraße verkraften kann. Ende Oktober wollen sich LAU und Stadt über die weiteren Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen durch den Fahrzeugverkehr verständigen.

Zurück zu "Medien-Berichte"