Wochenspiegel Halle 28.1.09

Keine vierte Saalebrücke
Stadt sieht momentan dafür keinen dringlichen Bedarf mehr

Wenn die Autobahn A 143 wie geplant in den nächsten Jahren endlich fertig gebaut werde, dann brauche Halle keinen neuen Saaleübergang mehr, so Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados gestern auf einer auswärtigen Tagung des Landeskabinettes in den Räumen des hallesschen Stadtarchives.

Und so stand dieses Projekt (sehr zur Zufriedenheit von Landesbauminister Karl-Heinz Daehre) denn auch nicht mehr auf der „Wunschliste“, die das Stadtoberhaupt an die zuständigen Minister Daehre und Jens Bullerjahn (Finanzen) übergab. Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung macht’s möglich: Sachsen-Anhalt bekommt aus diesem Topf 475 Millionen Euro zugewiesen. Davon möchte die größte Stadt Sachsen-Anhalts den Löwenanteil haben.

Denn, so Dagmar Szabados, von „unseren insgesamt 660 Kilometern Straßen sind gerade mal 20 Prozent saniert.“ So stehen denn u. a. die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunktes am Steintor, die Sanierung der Klausbrücke, der vierte Bauabschnitt der Haupterschließungsstraße Halle-Ost (Osttangente), und die Umgestaltung der Straße am Gimritzer Damm und die Sanierung des Böllberger Wegs auf der Wunschliste. 64 Millionen Euro veranschlagt man insgesamt dafür.

Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz mahnte den zügigen Bau des neuen geisteswissenschaftlichen Zentrums auf dem Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät an der Ludwig-Wucherer-Straße an: „Wir können uns keine neue Runde sinnloser Debatten um den Standort mehr leisten“, sonst seien die dafür vorgesehenen EU-Gelder verloren. Diese Bemerkung parierte die Oberbürgermeisterin mit dem Hinweis auf die immer noch nicht begonnene Sanierung der Scheibe C in Neustadt und das ungewisse Schicksaal der Neuen Residenz (beides Landesimmobilien). Dazu der Finanzminister: Daehre und er seien gerade dabei, für die Scheibe C „eine Lösung zu finden“.

Zurück zu "Medien-Berichte"