Presse-Mitteilung 17.2.07

"Bürgerinitiative Umgestaltung Hochstraße" gegründet

Halle, 17.2.07. Mehrere Dutzend zum Teil prominente Hallenserinnen und Hallenser haben am vergangenen Freitag (16.2.07) im Englischen Saal der Franckeschen Stiftungen die Gründung einer "Bürgerinitiative Umgestaltung Hochstraße" (kurz BI Hochstraße) beschlossen. Aufgabe der BI soll es sein, "kreative Potenziale von Alt-Hallensern und Neu-Hallensern bei der Verkehrsplanung zusammen zu führen und einer eher zögerlichen Stadtpolitik in Sachen Verkehrsplanung neue Impulse zu vermitteln", so BI-Vorstandsmitglied Hans-Georg Ungefug. Dabei gehe es aber nicht um Konfrontation, sondern um Kooperation.

In den Vorstand der neuen Bürgerinitiative wurden der ehemalige Regierungspräsident Dr. Jens-Holger Göttner, der Planungsbeigeordnete a.D. und Hallore Ingo Kautz, der Kanzler der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Wolfgang Stockert, der Notar Ludwig Schlereth und der Journalist Hans-Georg Ungefug gewählt. Außerdem wurde ein elfköpfiger Experten-Beirat berufen.

"Die Hochstraße ist für viele in Halle ein Störfaktor, der Halles Altstadt zerschneidet und deren homogene Entwicklung bis hin zum Rannischen Platz verhindert", erläuterte der Stadtplanungs- und Bauexperte Ingo Kautz. Es solle daher nach Lösungen gesucht werden, einerseits die Hochstraße durch andere weniger störende Verkehrswege zu ersetzen, andererseits aber keine nennenswerte Behinderung der die Saale querenden Verkehrsströme zu verursachen.

Jens-Holger Göttner verwies bei der Gründungsversammlung auf beispielhafte, ähnliche Aktivitäten in anderen deutschen Städten: "In Hannover stellte die frühere Hochstraße über den zentralen Aegidientorplatz Jahrzehnte lang einen ähnlichen Störfaktor dar. Seit sie abgerissen worden ist, rollt der Verkehr sogar besser als vor dem Rückbau." Es komme auf intelligente Lösungen an, dafür gebe es in Halle genug kluge Köpfe in Einwohnerschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik, argumentierte Göttner.

In die gleiche Kerbe schlug bei dem Treffen auch Burg-Kanzler und Vorstandsmitglied Wolfgang Stockert: "Ich habe mich immer schon in Sachen Stadtgestaltung und weiterer Themen der Stadtsanierung persönlich engagiert und plädiere sehr dafür, ein solches Thema insgesamt stadtgestalterisch und vor allem höchst kreativ anzupacken" bekundete er.

"Ich bin dafür, die BI in Form eines gemeinnützigen Vereins zu organisieren", schlug Ludwig Schlereth zur künftigen Organisationsform der BI vor. Bis zum Sommer könne man alle notwendigen Gründungsformalitäten erledigt haben und dann mit der eigentlichen inhaltlichen Arbeit beginnen. Die Vorbereitung einer solche Vereinsgründung beschlossen die Teilnehmer der BI-Gründungsversammlung einstimmig.

Der BI-Gründung vorausgegangen war eine schriftliche Umfrage unter rund 600 an diesem Thema erkennbar interessierten Persönlichkeiten in Halle. 148 von ihnen antworteten auf die Umfrage, "eine demoskopisch immens hohe Rücklaufquote" (Göttner). 115 Personen davon befürworteten die geplante BI-Gründung, 51 der Befürworter erklärten sich spontan zum Mitwirken in der vorgeschlagenen Bürgerinitiative bereit. Gegen eine solche BI votierten lediglich neun Personen, zunächst einmal reines Interesse an dem Thema bekundeten 21 Personen, drei gaben kein Votum ab. "Ein deutliches Votum dafür, dieses Projekt mit Energie weiter zu verfolgen", so der neu berufene BI-Vorstand nach dem Gründungsbeschluss. Bis zur Vereinsgründung sollen konkrete Arbeits- und Aktionsprogramme erarbeitet werden.

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