Pressemitteilung 6.9.08

Bürgerinitiative Hochstraße: Die angekündigten Sanierungskosten für die Hochstraße sind ein Millionen Euro teures Warnsignal an die Stadt Halle

"Investieren in ein Fass ohne Boden?"

Halle, 6.9.08. Eine Ankündigung der Stadtverwaltung Halle, die laut Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 6. September 2008 "marode Hochstraße" mit einem Kostenaufwand von bis zu "sieben Millionen Euro" spätestens 2013 sanieren zu müssen, gibt nach Ansicht der Bürgerinitiative Hochstraße ("BI Hochstraße Halle an der Saale e.V.") erneut Anlass zum generellen Nachdenken über den sinnvollen Ersatz dieses jetzt 37 Jahre alten und nun massiv bröckelnden Beton-Bauwerks.

Auch BI-Vorsitzender Dr. Jens Holger Göttner, als ehemaliger Staatssekretär und Regierungspräsident in Sachsen-Anhalt eng vertraut mit öffentlich-rechtlich verantwortbaren und finanzierbaren Verkehrsprojekten, hatte das stets zu bedenken gegeben. Wenn man nur einen Bruchteil dieser Millionen in Planungsprojekte für alternative Verkehrswege investieren würde, könnte man sich zumindest eine kreative Option für ein Leben auch ohne diesen stadtgestalterischen Störfaktor offen halten. Weiterwursteln wie bisher sei das Investieren in ein Fass ohne Boden, warnte der erfahrene Verwaltungsfachmann schon seit Gründung der BI. Ohne alternative Verkehrskonzepte für die Zeit nach einem irgendwann ohnehin notwendigen Totalabriss oder dem sinnvollen Totalersatz der Hochstraße stürze die Kulturstadt Halle eines Tages ohne Vorwarnung in ein verkehrstechnisches Mega-Desaster mit unabsehbaren Folgen.

Die BI Hochstraße setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2007 dafür ein, dass Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerschaft darüber nachdenken und sich kreativ entscheiden, ob es alternativ zur Hochstraße auch andere und ebenso effiziente Verkehrsverbindungen zwischen Halle-Altstadt und Halle-Neustadt geben könnte. Inklusive Verkehrsalternativen, die eine erhebliche Beeinträchtigung des Stadtbildes wie momentan ausschließen und es auch nicht unmöglich machen, wie geplant die Franckeschen Stiftungen in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufzunehmen.

"Akut einsturzgefährdet" sei die Hochstraße zwar nicht, zitiert die MZ den Brückenbauexperten Matthias Taube vom städtischen Tiefbauamt, aber "nach rund 37 Jahren" seien die "vorgegebenen Nutzungszeiträume" erreicht. Das mache eine Instandsetzung von Grund auf erforderlich. BI-Vorsitzender Göttner: "Dieses Warnsignal sollte die gemeinsame Suche nach städtebaulichen Alternativen beschleunigen - sonst könnte die Hochstraße wirklich zum Millionengrab für die Stadt werden."

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